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Pflanzenwelt

Gruseliges Kürbiswissen zu Halloween

Halloween und Kürbis gehören zusammen. Und natürlich gibt es auch gruselige Fakten zu Kürbisgewächsen, den Cucurbitaceae. Bestimmte Bitterstoffe, die sogenannten Cucurbitacine, können beim Verzehr von Kürbis oder anderen Vertretern der Familie wie Zucchini oder Gurken tatsächlich Lebensgefahr auslösen. 
Sven Siebenand
31.10.2019  18:00 Uhr

Etwa 40 Cucurbitacine sind bekannt. Es handelt sich um starke Zellgifte, die die Magenschleimhaut angreifen und zu starkem Erbrechen, Übelkeit und Magenkrämpfen führen können. Man hat sie aufgrund des zytotoxsichen Potenzials sogar als mögliches Krebsmedikament untersucht. Die tödliche Dosis wird beim Menschen auf etwa 300 mg geschätzt.

Cucurbitacine sind hitzebeständig und schlecht wasserlöslich. Sie bleiben beim Kochen von Gemüse somit weitgehend erhalten. Glücklicherweise trifft das aber auch auf ihren bitteren Geschmack zu, der bereits in äußerst niedrigen Konzentrationen noch wahrnehmbar ist. Schmeckt der Kürbis ungewöhnlich bitter, dann sollte man sicherheitshalber vom weiteren Verzehr des Gemüses absehen.

Durch Züchtungen ist das Bitter-Gen heute bei Handelsware abgeschaltet und die Toxizität sozusagen weggezüchtet. Es wird dennoch dazu geraten, insbesondere Gemüse aus dem eigenen Anbau vorsichtig zu probieren und gegebenenfalls auszusortieren. Keine gute Idee ist es, Speisekürbis im Garten neben Zierkürbis anzupflanzen. Letzterer produziert nämlich hohe Mengen Cucurbitacine. Bei Rückkreuzungen von essbaren und nicht essbaren Sorten kann das Bitterstoff-Gen reaktiviert werden. Auch Umweltstress kann dazu führen, dass die Pflanze mehr Cucurbitacine produziert – ein Grund mehr, die Gartenpflanzen ausreichend zu wässern.

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