Pharmazeutische Zeitung online
Landtagswahl Baden-Württemberg

Grüne feiern Wahlsieg, CDU mit historischem Tief

Die Grünen stellen im baden-württembergischen Landtag auch in der nächsten Legislaturperiode die stärkste Fraktion. Die Partei von Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat bei der Landtagswahl am Sonntag Hochrechnungen zufolge 32,6 Prozent der Wahlberechtigten überzeugt. Die deutlichsten Verluste muss die CDU hinnehmen. Für Kretschmann sind nun gleich mehrere Koalitionen möglich.
Benjamin Rohrer
14.03.2021  18:15 Uhr

Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg feiern die Grünen einen deutlichen Wahlsieg. Zum dritten Mal hintereinander konnten die Grünen bei einer Landtagswahl im Südwesten die meisten der rund 7,7 Millionen Wahlberechtigten überzeugen, 32,6 Prozent votierten laut Hochrechnungen (Stand: 8:00) für die Grünen. Im Vergleich zur letzten Wahl (2016) konnte die Partei somit sogar noch 2,3 Prozentpunkte hinzugewinnen.

Der Koalitionspartner der Grünen, die CDU, verliert erneut deutlich an Wählerstimmen. Konnten die Christdemokraten 2016 noch 27 Prozent der Wahlberechtigten überzeugen, liegt die Partei von Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann in diesem Jahr laut vorläufigem Endergebnis bei 24,1 Prozent – das schlechteste Wahlergebnis der CDU Baden-Württemberg. Auch die SPD konnte ihr Ergebnis von 2016 (12,7 Prozent) nicht bestätigen und liegt bei 11 Prozent. Allerdings ist die SPD an der AfD vorbeigezogen und somit drittstärkste Kraft im Landtag. Denn die AfD büßt 5,4 Prozentpunkte ein und liegt bei 9,7 Prozent.

Die FDP hingegen kann sich über die deutliche Zugewinne aller Parteien freuen: Laut vorläufigem Ergebnis liegen die Liberalen bei 10,5 Prozent. Die Linke wird die 5-Prozent-Hürde, wie auch schon 2016, wohl nicht erreichen (3,6 Prozent).

Mehrere Koalitionen denkbar

Ministerpräsident Kretschmann hatte aufgrund der Coronavirus-Pandemie und der Krebserkrankung seiner Frau erklärt, dass er in diesem Jahr auf einen Wahlkampf verzichtet. Und trotzdem kann er sich nun eine Koalition aussuchen. Einer Fortsetzung der grün-schwarzen Landesregierung stünde nichts im Wege. Zumindest in den Medien wird aber auch schon seit längerer Zeit über eine Ampel-Koalition spekuliert, in der die SPD und die FDP mitbeteiligt wären. Zuletzt war sogar über eine sogenannte »Zitrus-Koalition« spekuliert worden, also eine Zusammenarbeit zwischen Grünen und FDP. Die größte politische Nähe gäbe es sicherlich zwischen Grünen und SPD – eine Koalition, die es schon zwischen 2011 und 2016 gegeben hatte. Zumindest am späten Sonntagabend war aber noch nicht klar, ob es für eine grün-rote Koalition reicht.

Die PZ hatte zuletzt die fünf großen Parteien nach Ihren Meinungen zu wichtigen apotheken- und arzneimittelpolitischen Themen befragt. Die Grünen hatten sich beispielsweise erneut dafür ausgesprochen, dass Apothekenhonorar zu reformieren und an die Höhe des Apothekenumsatzes zu knüpfen. Die Antworten aller Parteien können Sie hier nachlesen.

Mehr von Avoxa