Wiedererkennbar – selbst nach 200 Jahren: Das Logo auf den Melissengeistflaschen von Klosterfrau hat sich kaum verändert. / © Imago/Uwe Steinert
Ihr Lebensweg ist ungewöhnlich: Maria Clementine Martin kam 1775 in Brüssel als Wilhelmine Martin zur Welt. Bereits mit 17 Jahren tritt sie in ein Kloster ein, erhält den geistlichen Namen Maria Clementine und widmet sich fortan der Krankenpflege. Bei den Nonnen kommt sie erstmals intensiv mit der Klosterapotheke und den Heilkräften der Natur in Berührung – Erfahrungen, die ihr weiteres Leben prägen sollten. Die Wirkung pflanzlicher Rezepturen muss sie fasziniert haben, insbesondere das Karmeliterwasser, ein Melissenwasser. Noch hat sie aber andere Probleme.
Die Säkularisierung zwingt Maria Clementine dazu, das Kloster zu verlassen und sich selbst zu versorgen. Als Krankenpflegerin auf Wanderschaft baut sie ihr Wissen aus. Ein entscheidender Moment folgt 1815: Während der Schlacht von Waterloo kümmert sie sich um verwundete Soldaten. Als Dank erhält sie vom König Friedrich Wilhelm III. eine Leibrente, welche die Grundlage für ihre spätere unternehmerische Unabhängigkeit bildet.
Im Jahr 1825 zieht Maria Clementine nach Köln und 1826 gründet sie am Fuße des Doms den Herstellungsbetrieb »Maria Clementine Martin Klosterfrau«. Ihr Melissenwasser findet schnell Anklang. Ein bis heute sichtbares Zeichen ihres unternehmerischen Geschicks und der frühen Erfolgsgeschichte ist das preußische Wappen auf den Etiketten. Der preußische König erlaubte ihr 1829, das Symbol zu verwenden, 1831 sicherte sie es sich als unverwechselbares Markenzeichen – ein Element, das bis heute jede Flasche ziert.
Was 1826 begann, hat sich über zwei Jahrhunderte hinweg zu einer internationalen Unternehmensgruppe mit mehr als 1500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und vielen nationalen und internationalen Standorten entwickelt. Die Klosterfrau Group feiert 2026 ihr 200-jähriges Bestehen und blickt damit auf eine Geschichte zurück, die von Tradition, Innovation und unternehmerischem Mut geprägt ist.
Ein zentrales Symbol der Unternehmensphilosophie ist bis heute der Klosterfrau Melissengeist, dessen Originalrezeptur auf 13 Heilpflanzen basiert. Es ist aber nur eines der Produkte, die bei Klosterfrau auf bewährten pflanzlichen Grundlagen beruhen. Moderne Wissenschaft und traditionelles Heilwissen versteht das Unternehmen dabei nicht als Gegensätze, sondern als sich ergänzende Elemente. Ein Konzept, das es im Laufe der Zeit zu einem etablierten Anbieter im Bereich der Selbstmedikation gemacht hat.
Dabei achtet das Unternehmen nach eigenen Angaben auf eine dokumentierte Herkunft der Rohstoffe und definierte Qualitätsstandards, teilweise sind sie sogar exklusiv für das Unternehmen produziert. Die Kombination aus hochwertigen Ausgangsstoffen, moderner Forschung und strengen Produktionsstandards beschreibt der Konzern als Grundlage für seine Arzneimittel.