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»Aktionstag gegen den Schmerz«
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GKV-Spargesetz bedroht Schmerzversorgung

Warum die Versorgung von Schmerzpatientinnen und -patienten durch das GKV-Spargesetz bedroht ist und welche vielversprechenden Therapieansätze Hoffnung machen, wurde anlässlich des heutigen »Aktionstages gegen den Schmerz« in einer Online-Pressekonferenz der Deutschen Schmerzgesellschaft diskutiert.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 02.06.2026  16:05 Uhr

Die Versorgung von Millionen chronisch schmerzkranker Menschen ist in Deutschland in Zukunft massiv gefährdet. Davor warnt die Deutsche Schmerzgesellschaft (DGS) anlässlich des heutigen 15. »Aktionstags gegen den Schmerz«. Hintergrund sind die geplanten gesundheitspolitischen Reformen im Rahmen des Gesetzes zur Stabilisierung der Beitrags­sätze in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Spargesetz). Nach Einschätzung der Fachgesellschaft stellen die vorgesehenen Sparmaßnahmen insbesondere für die interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie eine Bedrohung dar, die schon jetzt auf wackeligen Füßen stehe. 

Beitragssatzstabilität dürfe nicht zu Lasten von Millionen Schmerzpatientinnen und -patienten erkauft werden, betonte Frank Petzke, DGS-Präsident sowie Leiter der Abteilung Schmerzmedizin an der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Göttingen. »Das GKV-Spargesetz bedroht die Schmerzmedizin an empfindlicher Stelle«, so Pätzold. Es liege auf der Hand, dass die geplanten Einsparungen beispielsweise im Krankenhausbereich auch auf Einsparungen beim Personal hinauslaufen, was für die interdisziplinäre Versorgung der Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen besonders problematisch sei.

Millionen Deutsche leben mit chronischen Schmerzen

Ärztinnen und Ärzte, Psychologinnen und Psychologen, Pflegende sowie Fachpersonal aus Physio-, Ergo- und Sporttherapie und Sozialdienst müssten eng zusammenwirken, um den besonderen Bedürfnissen von Schmerzpatienten gerecht werden zu können. Zu späte Diagnosen bei Patientinnen und Patienten, ein zu später Behandlungsbeginn sowie eine zu späte multimodale Versorgung könnten zur Chronifizierung der Krankheitslast führen. »Die möglichen Folgen für Schmerzpatientinnen und -patienten sind dramatisch«, mahnte Petzke. »Sie reichen von Arbeitsunfähigkeit über Depressionen bis hin zu starken Ängsten und einem erhöhten Pflegebedarf.« Das sei auch unter ökonomischen Gesichtspunkten problematisch, da diese Entwicklungen im Endeffekt zu deutlich höheren Folgekosten für das Gesundheitssystem führen.

Bereits heute ist die Versorgungslage angespannt: In Deutschland gibt es mehrere Millionen Menschen mit chronischen Schmerzen. Viele von ihnen warten oft jahrelang auf eine spezialisierte Behandlung, vielerorts fehlen wohnortnahe Angebote. Nach Angaben der DGS sind bereits jetzt 22 Prozent der Standorte in ihrer Existenz gefährdet, die 44 Prozent der Fälle der interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie versorgen.

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