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»EU4Health«

EU-Gesundheitsprogramm  als Antwort auf das Coronavirus

Die Coronavirus-Krise hat in den vergangenen Monaten deutlich gezeigt, dass Krankheiten und Epidemien nicht an Ländergrenzen haltmachen. Um in Zukunft besser gegen Gesundheitsgefahren geschützt zu sein, plant die EU das Gesundheitsprogramm »EU4Health«.
Charlotte Kurz
28.05.2020
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Nachdem die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gestern den milliardenschweren Aufbauplan »NextGenerationEU« vorgelegt hatte, folgte heute das Gesundheitsprogramm mit dem Namen »EU4Health«. Im Kern möchte die EU damit eine bessere Verfügbarkeit von bezahlbaren Medikamenten und medizinischer Ausrüstung ermöglichen und die Gesundheitssysteme aller Mitgliedstaaten der EU stärken.  

Der europäische Aufbauplan verfügt über ein Etat von 750 Milliarden Euro und ist über einen Zeitraum von sieben Jahren angelegt. Der Plan besteht aus den drei Säulen: Unterstützung der Mitgliedstaaten bei Investitionen und Reformen, Ankurbeln der EU-Wirtschaft durch Anreize für private Unternehmen und die Umsetzung der Lehren aus der Krise. Als wichtiger Bestandteil der dritten Säule startet nun das Programm »EU4Health«.

Das Gesundheitsprogramm ist mit einem Budget von insgesamt 9,4 Milliarden Euro für die Zeitspanne zwischen 2021 und 2027 ausgestattet. EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides sagte dazu heute in Brüssel: »Mit dem Aufbauplan und dem überarbeiteten EU-Haushalt für die nächsten sieben Jahre haben wir eine strategische Vision vorgelegt, um sowohl der heutigen Situation als auch den Herausforderungen von morgen gerecht zu werden.« Das Programm sei ein klares Signal, dass die Gesundheit der Bürger mehr denn je eine Priorität für die EU darstelle.

Um im Krisenfall schneller agieren zu können, braucht es laut EU-Kommission eine bessere Kooperation und Koordination der EU-Länder. Außerdem möchte sie Ungleichheiten beim Zugang zum Gesundheitssystem nivellieren und den Fokus auf Belastungen durch nicht-übertragbare Krankheiten wie etwa Krebs legen. Damit »EU4Health« zum 1. Januar 2021 anlaufen kann, müssen die EU-Mitgliedsstaaten und das Europäische Parlament dem Programm noch zustimmen.

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