Die Politik fokussiert die Debatte über gendersensible Medizin häufig auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Allerdings besteht in allen Fachrichtungen Nachholbedarf. Bremens Senatorin für Gesundheit und Frauen, Claudia Bernhard (Die Linke), hofft auf eine schrittweise Verbesserung. / © Adobe Stock/meeboonstudio
Wie kann die medizinische Versorgung von Frauen verbessert werden? Das ist ein Thema der Gesundheitsministerkonferenz (GMK), die an diesem Mittwoch in Hannover beginnt. Hintergrund ist, dass Frauen bei Krankheiten teils andere, weniger bekannte Symptome als Männer zeigen. Auch Medikamente wirken mitunter anders.
Bremens Senatorin für Gesundheit und Frauen, Claudia Bernhard (Die Linke) verweist darauf, dass diagnostische und therapeutische Verfahren auf männlichen Referenzwerten basieren, weil Frauen in der Forschung weitaus seltener berücksichtigt werden als Männer. »Das führt dazu, dass Symptome bei Frauen übersehen oder falsch interpretiert werden und eine adäquate Behandlung dann eventuell spät einsetzt«, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Unterschiede zeigen sich demnach besonders deutlich bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bremen fordert deshalb gemeinsam mit anderen Bundesländern, die Herz-Kreislauf-Gesundheit von Frauen stärker im Bereich der Forschung und Versorgung zu berücksichtigen. Ein Ziel ist, Symptome und Verläufe von Herz-Kreislauf-Erkrankungen von Frauen bekannter zu machen.
»Man kann es nicht oft genug sagen - es herrscht immer noch ein Ungleichgewicht in der Diagnostik und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zwischen den Geschlechtern«, so die Senatorin. »Ich erwarte durch einen gemeinsamen Beschluss Beachtung der Thematik im Bereich der medizinischen Versorgung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen«, sagte sie mit Blick auf die Konferenz.
Die Gesundheitsministerinnen, -minister und -senatorinnen setzen sich demnach dafür ein, dass Erkenntnisse über Symptome und Verläufe bei Frauen in die Aus-, Fort- und Weiterbildung des medizinischen Personals aufgenommen werden. »Sie unterstützen zudem die geschlechtersensible Ausrichtung von Forschung, Vorsorge und Behandlung«, berichtete Bernhard.
Für die Zukunft zeigt sich die Senatorin zuversichtlich. »Es ist zu erwarten, dass sich die Versorgungssituation in den kommenden Jahren schrittweise verbessert.« Aber: »Eine umfassende Gleichberechtigung wird erst dann erreicht sein, wenn geschlechterspezifische Unterschiede systematisch in allen Bereichen der Gesundheitsversorgung und Forschung berücksichtigt und umgesetzt werden.«