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Geschlechtersensible Medizin
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Gesundheitsministerkonferenz berät über Frauengesundheit

In der medizinischen Forschung und Gesundheitsversorgung werden geschlechtsbezogene Unterschiede bis heute zu wenig berücksichtigt. Gesundheitspolitikerinnen wollen das ändern. Es gibt zu viel tun.
AutorKontaktdpa
Datum 10.06.2026  13:30 Uhr

Wie kann die medizinische Versorgung von Frauen verbessert werden? Das ist ein Thema der Gesundheitsministerkonferenz (GMK), die an diesem Mittwoch in Hannover beginnt. Hintergrund ist, dass Frauen bei Krankheiten teils andere, weniger bekannte Symptome als Männer zeigen. Auch Medikamente wirken mitunter anders.

Bremens Senatorin für Gesundheit und Frauen, Claudia Bernhard (Die Linke) verweist darauf, dass diagnostische und therapeutische Verfahren auf männlichen Referenzwerten basieren, weil Frauen in der Forschung weitaus seltener berücksichtigt werden als Männer. »Das führt dazu, dass Symptome bei Frauen übersehen oder falsch interpretiert werden und eine adäquate Behandlung dann eventuell spät einsetzt«, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Politik konzentriert sich auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen 

Unterschiede zeigen sich demnach besonders deutlich bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bremen fordert deshalb gemeinsam mit anderen Bundesländern, die Herz-Kreislauf-Gesundheit von Frauen stärker im Bereich der Forschung und Versorgung zu berücksichtigen. Ein Ziel ist, Symptome und Verläufe von Herz-Kreislauf-Erkrankungen von Frauen bekannter zu machen.

»Man kann es nicht oft genug sagen - es herrscht immer noch ein Ungleichgewicht in der Diagnostik und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zwischen den Geschlechtern«, so die Senatorin. »Ich erwarte durch einen gemeinsamen Beschluss Beachtung der Thematik im Bereich der medizinischen Versorgung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen«, sagte sie mit Blick auf die Konferenz.

Nachholbedarf der Fachrichtungen auch abseits der Kardiologie 

Die Gesundheitsministerinnen, -minister und -senatorinnen setzen sich demnach dafür ein, dass Erkenntnisse über Symptome und Verläufe bei Frauen in die Aus-, Fort- und Weiterbildung des medizinischen Personals aufgenommen werden. »Sie unterstützen zudem die geschlechtersensible Ausrichtung von Forschung, Vorsorge und Behandlung«, berichtete Bernhard.

Für die Zukunft zeigt sich die Senatorin zuversichtlich. »Es ist zu erwarten, dass sich die Versorgungssituation in den kommenden Jahren schrittweise verbessert.« Aber: »Eine umfassende Gleichberechtigung wird erst dann erreicht sein, wenn geschlechterspezifische Unterschiede systematisch in allen Bereichen der Gesundheitsversorgung und Forschung berücksichtigt und umgesetzt werden.«

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