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Diskussion vor DAT und Expopharm
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Gesundheitslotsen in der KI-Gesellschaft

Künstliche Intelligenz verändert den Umgang der Menschen mit Gesundheitsinformationen und -entscheidungen. Die Gesundheitsbranche muss sich also wappnen – über das Wie diskutierten Vertreter:innen am Vorabend von Apothekertag und Expopharm in München.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 15.09.2026  10:15 Uhr
»Absurde« Sorge vor dem »überinformierten Patienten«

»Absurde« Sorge vor dem »überinformierten Patienten«

Positiv bewertete der Arzt Markus Frühwein die Entwicklung aus Sicht der Versorgung. Viele Patienten kämen heute bereits sehr gut informiert in die Praxis. Problematisch sei, dass nicht gerade wenige Ärzte Angst vor dem »überinformierten Patienten« hätten. Diese Sorge sei »absurd«, so Frühwein. Entscheidend bleibe, die Informationen gemeinsam einzuordnen und in den individuellen Kontext des Patienten zu stellen.

Kurz vor Beginn des Deutschen Apothekertags (DAT) nutzte Lucas die Diskussion, um die künftige Rolle der Apotheken zu skizzieren. Apotheken seien »vernetzte Gesundheitsknotenpunkte«. Angesichts eines oft unübersichtlichen Gesundheitssystems brauche es niedrigschwellige Anlaufstellen, die Patienten durch die Versorgung leiten. Sie sollten keine »Praxis light« sein, sondern als Lotsen fungieren, die informieren, sortieren, kanalisieren und in die richtigen Versorgungspfade weiterleiten. Dazu gehöre auch eine stärkere Vernetzung mit anderen Akteuren.

Intelligente Versorgungspfade erarbeiten

Frühwein konnte dem viel abgewinnen – nicht einig waren er und Lucas sich bei der Frage eines Dispensierrechts für Praxen. Was Frühwein praktisch erschien, lehnte Lucas als potenzielles Risiko ab. Statt Zuständigkeitsdebatten zu führen, sollten die Akteure gemeinsam an intelligenten Versorgungspfaden arbeiten. Die Diskussion müsse stärker darauf ausgerichtet werden, welche Konzepte Patienten tatsächlich helfen. Neue Leistungen für Apotheken, die mit dem Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) möglich werden, böten hierfür Chancen.

Apotheken seien kein Ersatz für Arztpraxen, sondern eine niedrigschwellige Ergänzung, betonte die ABDA-Vize. Internationale Erfahrungen zeigten etwa, dass die Einbindung von Apotheken die Impfquoten erhöhen könne. Beim Impfen wie auch in anderen Bereichen sei ein stärkeres Miteinander zielführend.

Trotz aller Digitalisierung sei Vertrauen weiterhin der entscheidende Faktor, darin waren sich – fast – alle Diskussionsteilnehmer einig.  Apotheker und Ärzte würden Informationen mit persönlicher Beratung und Vertrauen verknüpfen. Diese Rolle könne KI nicht vollständig übernehmen.

Beim Thema Vertrauen in die digitale Vernetzung zeigte sich Zang skeptisch bis alarmiert. Zwar könnten Apotheken und Arztpraxen selbst viel für die Sicherheit ihrer Systeme tun, insgesamt werde in Deutschland aber noch zu häufig nur auf Vorfälle reagiert, statt Risiken frühzeitig vorzubeugen. Entscheidend sei deshalb, das Bewusstsein für IT-Sicherheit zu stärken und Systeme konsequent aktuell zu halten.

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