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TI 2.0

Gesellschafter fühlen sich von Gematik überrumpelt

Leyck Dieken weist die Vorwürfe entschieden zurück. Die Geschäftsführung werde bei keinem Gegenstand jemals gegen Beschlüsse der Gesellschafter handeln, schreibt er in seinem Antwortbrief. Den GSV-Beschluss interpretiert Leyck Dieken anders. Der Auftrag, eine Machbarkeitsstudie durchzuführen, ist aus seiner Sicht eine »Bekundung, das vorliegende Konzept zumindest einer ersten Begutachtung für würdig zu empfinden«. Es sei in der Gesellschafterversammlung von mehreren Teilnehmern mehrfach darauf hingewiesen worden, dass ein mit der TI 2.0 angedachter fundamentaler Paradigmenwechsel unabdingbar einen weiteren Kreis von Beteiligten aus Politik und Gesellschaft benötige. Das einstimmige Votum zum Beschluss habe er vor diesem Hintergrund als »sehr unterstützendes Signal« wahrgenommen.

»Das Whitepaper ist ein Diskussionspapier, welches insbesondere im Hinblick auf die Machbarkeitsstudie, den Dialog mit vielen Beteiligten im Gesundheitswesen benötigt, um entsprechend allfällig notwendige Adaptionen vorzunehmen, die eine realistische Umsetzung erst ermöglichen«, schreibt Leyck Dieken. Die Gesellschafter würden dabei in Workshops, TI-Ausschuss und Gesellschafterversammlung weit intensiver einbezogen als die externen Partner. Das Whitepaper sei keinesfalls als finales Konzept zu lesen, sondern werde erst nach entsprechend fundierter Diskussion mit den Gesellschaftern schlussendlich als sogenanntes Green-Paper per GSV-Beschluss angenommen.

Selbstverständlich entstehe mit der Ankündigung von etwas Neuem intrinsisch der Blick auf eine potenzielle Aufkündigung des Alten. Nach 18-monatiger Bestandsaufnahme der TI nach der Übernahme der Mehrheitsanteile durch den Bund und dem Antritt von Leyck Dieken im Juli 2019 hätten viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Konzept entwickelt, das angesichts des zunehmenden Leistungskatalogs der neuen Gematik »zur rechten Zeit« komme. »Ich bitte alle Gesellschafter, auf dieses Konzept zuzugehen und es erst an den Stellen zu verändern, wo man Besseres einbringt.«

 

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