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Studien zu Covid-19-Impfstoffen

Genesene benötigen nur eine Dosis

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch zwei weitere Studien. In eine Untersuchung aus Maryland waren 59 Beschäftigte im Gesundheitswesen eingeschlossen. Alle Personen erhielten unabhängig von ihrem Serostatus eine Dosis einer mRNA-Vakzine entweder von Biontech/Pfizer oder von Moderna. Bei Probanden mit vorbestehender Immunität stiegen die Antikörpertiter ab Tag 7 rasch an und erreichten einen Peak zwischen Tag 10 und 14. Zu allen Zeitpunkten wiesen die Probanden mit zuvoriger Infektion deutlich höhere Titer auf als immunnaive Probanden. Die Ergebnisse stellen die Forscher um Saman Saadat von der University of Maryland in Baltimore ebenfalls auf dem Preprint-Server »MedRxiv« vor.

Die dritte Studie stammt aus Israel. Forscher der Bar-Ilan Universität und des Ziv Medical Center in Safed untersuchten die Immunantworten auf eine Einzeldosis des mRNA-Impfstoffs von Biontech/Pfizer bei 514 Beschäftigten im Ziv Medical Center. Von diesen waren 17 Personen zuvor mit dem SARS-Coronavirus-2 infiziert gewesen, wobei der zeitliche Abstand zur Untersuchung zwischen einem und zehn Monate betrug.

Zuvor infizierte Personen sprachen sehr stark auf die Impfung an, unabhängig vom Zeitpunkt der Infektion und davon, ob vor der Impfung noch Antikörper bei ihnen zu detektieren waren. Das berichtet das Team um Kamal Abu Jabal im Journal »Eurosurveillance«. 21 Tag nach der Impfung waren die Antikörpertiter bei den Personen mit präexistierender Immunität um eine Größenordnung höher als bei bislang nicht infizierten Personen.

Impfung für Genesene in Deutschland empfohlen

Auch in Deutschland sollen Genesene den aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) zufolge gegen Covid-19 geimpft werden. Seite Ende Januar empfiehlt die Kommission, Personen, die an Covid-19 erkrankt waren, unter Berücksichtigung der Priorisierung etwa sechs Monate nach Genesung zu impfen. Die zeitliche Verzögerung ist dabei der »anzunehmenden Immunität nach durchgemachter Infektion« und dem Impfstoffmangel geschuldet und soll überschießende Nebenwirkungen vermeiden.

Dabei ist in dem Dokument, das im »Epidemiologischen Bulletin« (5/2021) erschienen ist, nicht explizit festgehalten, wieviele Dosen Genesene erhalten sollen, weshalb von einer Standardimpfung gemäß Zulassung mit zwei Dosen auszugehen ist. Hier könnte die STIKO bei ausreichender Datenlage eventuell noch eine Änderung vornehmen.

In Frankreich ist eine entsprechende Empfehlung schon ausgesprochen worden. Die Hohe Gesundheitsbehörde des Landes empfiehlt für Menschen, die bereits mit dem Coronavirus infiziert waren, zunächst nur eine Impfdosis, teilte die Behörde vergangene Woche mit. Die Einzeldosis des Impfstoffs wirke somit als Auffrischung. Die Behörde empfiehlt, mehr als drei Monate nach der Infektion und vorzugsweise bis zu sechs Monate zu warten, bevor diese Einzeldosis injiziert wird. In der Regel folgt die französische Regierung den Empfehlungen der Behörde.

Doch nicht alle Covid-19-Erkrankungen sind klar erkennbar. Manche Infektionen sind asymptomatisch und können daher unentdeckt bleiben. Was ist in diesen Fällen zu tun? Laut STIKO besteht keine Notwendigkeit, vor Verabreichung einer Covid-19-Impfung labordiagnostisch auf das Vorliegen einer akuten asymptomatischen oder unerkannt durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion zu testen. Ein Antigentest vor der Impfung ist somit unnötig. »Nach den bisher vorliegenden Daten gibt es keinen Hinweis darauf, dass die Impfung in diesen Fällen eine Gefährdung darstellt«, schreibt die STIKO.

Diese Ansicht vertrat auch Professor Dr. Sandra Ciesek von der Universität Frankfurt im NDR-Podcast »Das Coronavirus-Update« vom 9. Februar. Es könne nichts Schlimmes passieren, wenn man bei unbekannter vorbestehender Immunität impfe. »Dann können die Nebenwirkungen einfach heftiger sein, weil das Immunsystem mehrmals getriggert wird. Aber gefährlich in dem Sinne ist es jetzt nicht.«

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