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Kampf gegen Covid-19

Gemeinsames Vorgehen der EU angemahnt

Eine maximale europäische Kooperation ist nötig, damit schnell ein Impfstoff oder Medikament gegen Covid-19 zur Verfügung steht. Das hat heute Peter Liese, CDU-Europaabgeordneter und gesundheitspolitischer Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament, betont.
Jennifer Evans
30.04.2020  14:40 Uhr

Europa spielt Liese zufolge sowohl bei der Forschung und Entwicklung als auch bei der Zulassung und Produktion eines neuen Präparats eine Schlüsselrolle. »Deswegen ist es extrem wichtig, dass die Europäische Arzneimittelagentur die Unternehmen berät und die Zulassungsverfahren maximal verkürzt.« In diesem Zusammenhang lobt der Politiker das schnelle und gründliche Vorgehen der Europäischen Arzneimittelagentur EMA.

Seiner Auffassung nach darf Europa aber auf keinen Fall akzeptieren, sollten andere Länder ihr Wissen über einen möglichen neuen Impfstoff oder ein neues Medikament nicht teilen wollen. Experten gehen Lieses Angaben zufolge nämlich davon aus, genau dies könnte passieren, wenn China oder die USA die ersten sind.

Internationale Geberkonferenz am 4. Mai

Vor diesem Hintergrund setzt er große Hoffnung auf die internationale Geberkonferenz, die unter Beteiligung der EU-Kommission und der Bundesregierung am 4. Mai stattfindet. Es wird darum gehen, wie die Impfstoff-Forschung gegen das Coronavirus weiter finanziert werden soll. Um entsprechende Gelder zu sammeln, soll es in diesem Rahmen außerdem einen Spendenmarathon geben, den die EU und ihre Partner organisieren. »Ziel ist es, 7,5 Milliarden Euro aufzubringen, um die Arbeit in den Bereichen Prävention, Diagnose und Behandlung zu beschleunigen«, so die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Dies könne aber nur ein erster Schritt sein, weil die Bekämpfung des Coronavirus den Einsatz an vielen Fronten erfordere.

Liese fordert nun einen europäischen Plan für den Fall, dass »amerikanische Unternehmen schneller sind als der Rest der Welt und Trump dann sagt: America first«. Aus diesem Grund pocht er auf eine internationale Kooperation in Europa. Nur so könne die Verteilung eines Impfstoffs oder Medikaments nach sicheren medizinischen Kriterien erfolgen und die  Mittel zügig für jeden auf der ganzen Welt zur Verfügung stehen.

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