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Notfälle nehmen zu
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Gefahren im Flugzeug vorbeugen

Veränderungen im Kabinendruck und Flüssigkeitsverlust können im Flugzeug gefährliche Folgen haben. Immer öfter kommt es zu medizinischen Notfällen an Bord. Wer Vorerkrankungen hat, sollte die Risiken nicht unterschätzen.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 04.08.2026  07:00 Uhr

Ohnmacht, Schnittwunden, Herzinfarkte – an Bord von Flugzeugen kommt es immer häufiger zu medizinischen Zwischenfällen. Laut einer Studie im Fachjournal »JAMA Netw Open« tritt bei rund jedem 200. Flug ein Notfall auf. 2013 war es noch etwa jeder 600. Flug. Darauf verweist der Anatomieprofessor Dr. Adam Taylor von der Lancaster Universität in seinem Bericht auf der Wissenschaftsplattform »The Conversation«.

Beim Fliegen können gesundheitliche Probleme auftreten, weil diese Art des Reisens den Körper belastet. Ein Faktor ist der Kabinendruck, der niedriger ist als auf Meereshöhe. Dadurch sinkt der Sauerstoffpartialdruck und die Sauerstoffsättigung im Blut nimmt ab.

»Um das zu kompensieren, erhöht der Körper die Atemfrequenz. Außerdem erhöht er die Herzfrequenz, um das Gewebe besser mit Sauerstoff zu versorgen«, so Taylor. Gesunde Menschen spüren davon meist wenig. Wer jedoch unter Herz-Lungen-Erkrankungen wie COPD oder Bluthochdruck leidet, kann durch die Druckveränderung in Gefahr geraten – denn für Herz und Lunge stellen die Bedingungen eine zusätzliche Belastung dar.

Auch Menschen nach einer Zahn-OP oder Taucherinnen und Taucher haben ein erhöhtes Risiko bei Flugreisen. Zwischen Tauchgang und Flug sollten mindestens 48 Stunden liegen.

»Perfekter Cocktail« für Ohnmachtsanfälle

Hinzu kommt die extrem trockene Kabinenluft. Sie entzieht Haut, Augen, Nase und Rachen Feuchtigkeit. Der Körper verliert im Flugzeug bis zu 360 Milliliter Wasser pro Stunde. Das Blut wird dickflüssiger, das Herz muss stärker pumpen. In der Folge können Gerinnungsstörungen wie tiefe Venenthrombosen auftreten.

Jeder dritte Notfall an Bord ist eine Ohnmacht. Häufig steckt eine orthostatische Hypotonie dahinter: Nach langem Sitzen sackt das Blut in die Beine und erreicht beim Aufstehen das Gehirn zu spät.

Und Alkohol in Kombination mit Dehydrierung bildet laut Taylor einen »perfekten Cocktail« für Ohnmachtsanfälle. Salzige Snacks verstärken den Effekt zusätzlich. Weil unsere Geschmacksknospen im Flugzeug rund 30 Prozent weniger empfindlich sind, werden Speisen oft stärker gesalzen.

Auch die sogenannte Luftkrankheit kann Beschwerden auslösen – meist in Form von Magen-Darm-Beschwerden. Denn während des Fluges dehnt sich Gas im Darm auf das Vierfache seines normalen Volumens aus. Gerichte mit Bohnen, Brokkoli, Grünkohl, Zwiebeln, rotem Fleisch oder Hülsenfrüchten sind daher keine gute Idee – auch nicht für die Mitreisenden.

Herznotfälle oder Schlaganfälle bleiben laut Taylor dennoch eher selten. Doch die Prognosen sind in der Luft schlechter als am Boden, so der Wissenschaftler. Grund ist, dass medizinische Ausrüstung und Fachpersonal an Bord begrenzt sind.

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