Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Zytomegalievirus
-
Gefahr für Immungeschwächte und Schwangere

Das Zytomegalievirus verursacht bei den meisten Menschen zwar nur leichte Krankheitsverläufe, verbleibt aber als Herpesvirus lebenslang im Körper. Vorsicht ist für Schwangere und Immunsupprimierte geboten.
AutorKontaktNicole Schuster
Datum 03.06.2024  18:00 Uhr

Impfstoffe in der Pipeline

Derzeit gibt es keinen zugelassenen Impfstoff gegen CMV, doch an potenziellen Vakzinen wird schon seit Längerem gearbeitet. Da das Glykoprotein B des Virus ein Angriffsziel neutralisierender Antikörper ist, gilt es als mögliches Antigen für Schutzimpfstoffe. Protein-Impfstoffe, die ein rekombinantes CMV-Glykoprotein B enthalten, führten in klinischen Studien bislang jedoch nicht zum Durchbruch. Ähnlich sieht es bei anderen Ansätzen aus.

V160 von MSD ist ein attenuierter replikationsdefekter CMV-Lebendimpfstoff, der in einer klinischen Phase-IIb-Studie eine Wirksamkeit von 42,4 Prozent gegen primäre CMV-Infektionen bei seronegativen Frauen zeigte.

Aussichtsreicher könnte der mRNA-basierte Impfstoff mRNA-1647 des US-Unternehmens Moderna sein. Der Kandidat basiert auf der Technologie der Covid-19-Impfstoffe und enthält sechs mRNA-Segmente, die für zwei Antigene codieren – nämlich Glykoprotein B und den pentameren Glykoproteinkomplex.

In einer randomisierten, beobachterblinden, placebokontrollierten Dosisfindungsstudie der Phase II wurde der Impfstoff an gesunden Erwachsenen im Alter von 18 bis 40 Jahren getestet. mRNA-1647 erwies sich als sicher und gut verträglich und induzierte in allen Dosierungen sowohl bei CMV-seronegativen als auch bei CMV-seropositiven Teilnehmern Antigen-spezifische Immunantworten. Eine Phase-III-Studie mit mRNA-1647, für die 7300 Frauen zwischen 18 und 40 Jahren rekrutiert wurden, startete 2021. Eine erste Zwischenanalyse wird für Ende dieses Jahres erwartet.

Mehr von Avoxa