Ab dem 1. Juli dürfen Apotheken assistierte Telemedizin anbieten. / © Imago/Westend61
Bei der assistierten Telemedizin geht es im Kern um die assistierte Inanspruchnahme einer Videosprechstunde in Apotheken oder ein strukturiertes Ersteinschätzungsverfahren zur Feststellung der Eignung für die Videosprechstunde.
Für die technische Umsetzung wollen die Gesellschaft für digitale Services der Apotheken (Gedisa) und der Anbieter »arztkonsultation« zusammenarbeiten. Wie die Gedisa mitteilte, wurde ein entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet, laut der die Partner Apotheken bei der Integration und Umsetzung der neuen telemedizinischen Leistungen unterstützen wollen. Gemeinsam soll eine integrierte Lösung entwickelt werden, die den gesamten telemedizinischen Prozess von der Ersteinschätzung bis zur Abrechnung umfasst.
Die Partner wollen demnach besonders Wert auf Datenschutz, Informationssicherheit und eine möglichst einfache Integration in bestehende Prozesse der Apotheken legen. Die Anwendung soll stufenweise entwickelt werden und die Anforderungen der Telematikinfrastruktur (TI) sowie der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) erfüllen.
»Arztkonsultation« betreibt bereits eine zertifizierte Telemedizinplattform. Nach eigener Aussage wurden über diese seit 2020 mehr als 2,5 Millionen Videosprechstunden durchgeführt. Außerdem verfügt das Unternehmen über ein bundesweites Netzwerk niedergelassener Ärztinnen und Ärzte sowie die technische
Infrastruktur für strukturierte Ersteinschätzung, Terminmanagement und Videosprechstunden. Die Gedisa, die bereits über den direkten Zugang zu den digitalen Strukturen der Apothekerschaft verfügt, soll die Integration in den Apotheken vor Ort verantworten.
Die gemeinsame Lösung soll Apotheken im Verlauf des Julis zur Verfügung stehen. Weitere
Informationen zu Funktionen, Teilnahmevoraussetzungen und dem Rollout sollen in den kommenden
Wochen veröffentlicht werden.
»Mit dieser Kooperation schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass Apotheken die assistierte
Telemedizin unkompliziert, sicher und wirtschaftlich in ihren Versorgungsalltag integrieren können.
Gemeinsam stärken wir die wohnortnahe Gesundheitsversorgung und eröffnen Patientinnen und
Patienten einen zusätzlichen, niedrigschwelligen und qualitätsgesicherten Zugang zu ärztlicher
Versorgung«, teilten Sören Friedrich, Geschäftsführer der Gedisa, und Jan Zeggel, Geschäftsführer
der »arztkonsultation« gemeinsam mit.