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Gender und Forschung 
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Geächtet, geforscht, Geschichte geschrieben 

Die Medizin, wie wir sie heute kennen, gäbe es nicht ohne Erfindungen von Frauen und diversen Menschen. Zum Teil wurde die Tragweite und Bedeutung derer Innovationen herabgewürdigt, die jeweilige Erfindung gar nicht anerkannt, oder gestohlen und Männern zugeschrieben. Dies nennt man den »Matilda-Effekt«. 
AutorKontaktPaulina Kamm
Datum 28.05.2026  13:00 Uhr

Computerchips und Gliazellen

Lynn Conway wird von der University of Michigan heute als »Pionierin der Mikroelektronik-Chipentwicklung« bezeichnet. Ihre Innovationen in den 1970er-Jahren haben demnach die Chipentwicklung weltweit nachhaltig beeinflusst. Zahlreiche Hightech-Unternehmen – zum Beispiel im Bereich der Medizintechnik – und computergestützte Methoden haben ihren Ursprung in Conways damaligen Entwicklungen.

Kurz vor ihrer geplanten Geschlechtsumwandlung 1968 wurde Conway laut der University of Michigan vom CEO der International Business Machines Corporation (IBM), TJ Watson Junior, persönlich aufgrund ihrer Transsexualität entlassen. Nach ihrer Transition arbeite Conway im Verborgenen als Programmiererin. Erst 1999 stießen Computerhistorikerinnen und -historiker auf Conways frühe Arbeiten bei IBM.

Ben Barres war Professor für Neurobiologie an der Stanford University. Barres studierte und forschte laut der NLM an zahlreichen, renommierten Universitäten zur Bedeutung von Gliazellen im Gehirn: Massachusetts Institute of Technology (MIT), Medizinstudium am Dartmouth College, Facharztausbildung in der Neurologie an der Cornell University, Promotionsstudium an der Harvard University und als Postdoktorand University College London (UCL).

Durch seine späte Transition erfuhr Barres im Laufe seines Lebens die Ungleichbehandlung von Frau und Mann am eigenen Leibe. Er kombinierte daraufhin persönliche mit wissenschaftlicher Evidenz, um geschlechterbezogenen Vorurteilen zu begegnen. »Er kämpfte auch für die Gleichstellung von LGBT-Personen und Minderheiten und widmete sich in den letzten Jahren verstärkt der sexuellen Belästigung, die er insbesondere für Nachwuchswissenschaftlerinnen als Problem identifizierte«, steht in der NLM.

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