Insgesamt wurde die Durchführbarkeit dennoch positiv bewertet, die Müdigkeit ging zurück und die Stimmung hob sich. Genauer: Auf einer Skala von eins bis fünf, auf der ein Wert über drei als positiv anzusehen ist, bewerteten die Teilnehmer der Gruppe mit geplanten Pausen alle 30 Minuten die Durchführbarkeit mit 3,41 (60 Minuten: 3,80, 120 Minuten: 4,01). Die Akzeptanz der Maßnahme kam auf Bewertungen von 3,91 (30 Minuten) und 4,03 (60 und 120 Minuten).
Die empfundene Müdigkeit ging deutlich zurück: In der 30-Minuten-Gruppe um 1,55 Punkte (60 Minuten: um 1,41 Punkte; 120 Minuten: um 1,19 Punkte). Die berichtete positive Stimmung nahm in allen Gruppen signifikant zu.
»Stündliche Pausen zeigten die beste Balance zwischen Praktikabilität und Effektivität«, schreibt das Team. »Die Ergebnisse sprechen dafür, dass Bewegungspausen eine potenziell geeignete Maßnahme der öffentlichen Gesundheitsförderung darstellen, um die negativen Auswirkungen von langanhaltendem sitzendem Verhalten zu verringern.« Es seien jedoch Langzeitstudien erforderlich, um zu prüfen, »ob Bewegungspausen dauerhaft aufrechterhalten werden können und welchen langfristigen Einfluss sie auf Gesundheit und Verhalten haben«. Zudem sollte der Effekt von Bewegungspausen geprüft werden, die kein Verlassen des Arbeitsplatzes erfordern, da sie mancherorts praktikabler sein könnten.
Negative Auswirkungen der Pausen auf die Arbeitsleistungen maßen die Forscher nicht, im Gegenteil: »Obwohl keine der getesteten Bewegungspausen-Dosierungen Verbesserungen der wahrgenommenen Arbeitsleistung oder des Engagements bewirkte, die die Schwellenwerte für die minimale klinisch relevante Differenz überschritten, führten alle im Durchschnitt zu kleinen, aber positiven Veränderungen«, schreiben die Studienautoren.
Genau waren es vier bis sieben Prozent beim Engagement; ein bis drei Prozent bei der Leistung.
Das Team weist noch auf die nicht repräsentative Auswahl der Teilnehmer hin, die dazu geführt habe, dass sie überwiegend weiblich, weiß und vollzeitbeschäftigt waren, einen Hochschulabschluss hatten und sich im mittleren Lebensalter befanden.