| Christina Hohmann-Jeddi |
| 04.03.2026 15:36 Uhr |
Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine schwedische, landesweite Registerstudie, deren Ergebnisse Ende Februar im »British Medical Journal« publiziert wurden (DOI: 10.1136/bmj-2025-087326). Ein Team um Shiqiang Wu vom Karolinska-Institut in Stockholm hatte mit einer Nachbeobachtungszeit von bis zu 18 Jahren das langfristige Risiko für invasiven Gebärmutterhalskrebs nach Impfung mit einem quadrivalenten HPV-Impfstoff, der also gegen vier HPV-Hochrisikotypen gerichtet ist, untersucht.
Insgesamt wurden etwa 926.000 Mädchen und Frauen verschiedener Geburtsjahrgänge aus Schweden eingeschlossen, von denen rund 39,5 Prozent mindestens eine Impfdosis erhielten und damit als geimpft galten. Während der Beobachtungszeit traten 930 Fälle von invasivem Zervixkarzinom auf – 97 bei Geimpften und 833 bei Ungeimpften.
Die Ergebnisse zeigen eine deutliche und anhaltende Risikoreduktion durch die Impfung. Frauen, die vor dem 17. Lebensjahr geimpft wurden, hatten im Vergleich zu Ungeimpften ein um etwa 79 Prozent geringeres Risiko für invasiven Gebärmutterhalskrebs.
Dieser Schutz hielt über 13 bis 15 Jahre an – ohne Hinweise auf ein Nachlassen der Wirkung, berichtet das Team um Wu. Auch bei Frauen, die im Alter von 17 Jahren oder älter geimpft wurden, war das Risiko signifikant reduziert (um 37 Prozent). Die Ergebnisse zeigen zudem einen Rückgang der Gebärmutterhalskrebsfälle auf Bevölkerungsebene im Zeitverlauf.
Dass auch Ungeimpfte von Impfkampagnen profitieren, verdeutlicht eine andere bevölkerungsbasierte Studie aus Schweden, die vor Kurzem im Fachjournal »The Lancet Public Health« veröffentlicht wurde (DOI: 10.1016/S2468-2667(25)00297-X) . Den Ergebnissen zufolge sinkt in Altersgruppen mit hoher HPV-Durchimpfungsrate auch bei ungeimpften Frauen das Risiko für seltene hochgradige Zellveränderungen am Gebärmutterhals. Dieses sogenannte Herdenschutz-Phänomen spricht dafür, dass die Impfung nicht nur individuell wirkt, sondern auch die Verbreitung der Viren in der Bevölkerung insgesamt verringert.
»Damit liegen die bislang umfassendsten und aktuellsten wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit der HPV-Impfung vor«, sagt Susanne Weg-Remers, Leiterin des KID, in der Mitteilung.