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Mukoviszidose

Früh und hyperton inhalieren – das nützt Babys

Eine sehr früh beginnende Inhalationstherapie mit hypertoner Kochsalzlösung nützt Babys mit der angeborenen Multiorganerkrankung Mukoviszidose, zeigt eine aktuelle Studie. Ihre Lungenfunktion verbessert sich und sie nehmen im Lauf eines Jahres mehr an Gewicht zu als Babys, die eine isotone Salzlösung inhalieren.
Brigitte M. Gensthaler
21.12.2018
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Zu diesem Ergebnis kommt eine multizentrische Studie im Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL) unter Federführung des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg. Dies sei weltweit die erste abgeschlossene kontrollierte Studie zu einer präventiven Therapie in diesem Alter, schreiben die Autoren der im »American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine« veröffentlichten Untersuchung.

42 Säuglinge mit Mukoviszidose (Zystische Fibrose) wurden in ihren ersten drei Lebensmonaten zufällig einer Therapie- und einer Kontrollgruppe zugeteilt. Die Therapiegruppe inhalierte zweimal täglich eine hypertone Kochsalzlösung, deren Salzgehalt über dem des Lungensekrets liegt. Dadurch werden die Lungenoberfläche und der Schleim in den Atemwegen besser befeuchtet. Babys der Kontrollgruppe inhalierten eine isotone Kochsalzlösung, deren Salzkonzentration der des Lungensekrets entspricht.

Nach einem Jahr entwickelte sich die Lungenbelüftung bei den Babys der Therapiegruppe deutlich besser als in der Vergleichsgruppe. Sie wogen durchschnittlich 500 g mehr und waren 1,5 cm größer. Ursache für die gute Entwicklung sehen die Studienärzte um Erstautorin Dr. Mirjam Stahl im insgesamt besseren Gesundheitszustand der Kinder. Im MRT-Befund gab es jedoch nur leichte Unterschiede. Die Kinder-Lungenspezialistin resümiert: »Diese Inhalationstherapie empfiehlt sich als einfache und gut verträgliche Maßnahme, um frühe Lungenveränderungen bei Mukoviszidose abzumildern oder hinauszuzögern. Sie verschafft den betroffenen Kindern deutlich bessere Startbedingungen fürs Leben.«

Alle Kinder werden im Rahmen der ebenfalls von Heidelberg aus koordinierten Folgestudie weiter betreut. Die Forscher wollen klären, wie sich die präventive Behandlung auf den weiteren Krankheitsverlauf auswirkt.

DOI: 10.1164/rccm.201807-1203OC

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