Bei den erwarteten formellen Folgen – etwa einem Vermerk in der Personalakte – zeigte sich kein geschlechtsspezifischer Unterschied. Die Kluft liege also in den informellen, psychologischen Dimensionen, so das Team. »Extrem männerdominierte, unter hohem Druck stehende Teams können ein allgemeines Klima der Angst oder des Perfektionismus sowie eine ›Null-Fehler‹-Kultur fördern.«
Für Lordan kann diese Ungleichheit Auswirkungen auf alle Teams haben: »Aus Fehlern zu lernen, ist die Quelle von Innovation. Wenn Frauen sich weniger frei fühlen, Fehler zuzugeben, verliert das Unternehmen nicht nur ihr Vertrauen, sondern auch die daraus gewonnenen Erkenntnisse.«
Aber das Problem sei lösbar: Führungskräfte sollten aktiv an einer offenen Arbeitsatmosphäre arbeiten und deutlich machen, dass Fehler nicht automatisch als Makel gelten, sondern Anlass zum Lernen sind. Eine solche Fehlerkultur »kommt allen zugute und macht Unternehmen auf lange Sicht erfolgreicher«, schlussfolgert Lordan.