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Covid-19-Impfungen

Frankreich: Apotheker dürfen impfen und verordnen

Frankreich drückt aufs Gaspedal. Ab dem 15. März 2021 dürfen auch die Apotheker Covid-19-Impfungen verabreichen und für die nötigen Impfstoffe sogar zum Teil selbst das Rezept ausstellen.
Jennifer Evans
11.03.2021  13:30 Uhr

Um die Zahl der Coronavirus-Infektionen endlich in den Griff zu bekommen, hat die französische Regierung nun einen fast 20 Milliarden Euro schweren Gesundheitsplan auf den Weg gebracht. Ab Mitte März dürfen die Apotheker nun nicht nur impfen, sondern auch die Impfstoffe unter bestimmten Voraussetzungen selbst verordnen, wie der Nachrichtensender Euronews berichtet. Lediglich ein Fragebogen zum Gesundheitszustand soll dann noch belegen müssen, ob die Bedingungen erfüllt sind.

Zunächst gehe es um die Gruppe der 50- bis 74-Jährigen mit Gesundheitsproblemen, heißt es. Auch Hebammen und Krankenschwestern dürfen die Covid-19-Impfung nun Personen aus dieser Gruppe verabreichen. Eine parallel gestartete Impfkampagne im Land wirbt zudem dafür, dass die Impfzentren ab sofort auch am Samstag und am Sonntag geöffnet sind.

Wie in Deutschland gibt es jedoch auch unter den Franzosen Impfmuffel und viel Skepsis mit Blick auf die Akzeptanz der Covid-19-Impfungen. Wie eine neue Umfrage des britischen Meinungsforschungsinstituts YouGov unter mehr als 8.000 Menschen in sechs europäischen Ländern zeigt, sind die Franzosen sogar am misstrauischsten, wenn es um den Astra-Zeneca-Impfstoff geht. Nur 33 Prozent der Befragten gaben an, das Vakzin als sicher zu empfinden. Zum Vergleich: Unter den Deutschen sind es 43 Prozent und bei den Spaniern 59 Prozent.

Das Impfen ist für die französischen Apotheker keine neue Aufgabe. Bereits seit 2019 ist es in Frankreich etwa für Menschen über 65 möglich, sich in einer Offizin gegen Grippe impfen zu lassen. Diesem Beschluss, der in der Gesundheitsstrategie 2018-2022 verankert ist, war eine positive Pilotphase in der Grippesaison 2017-2018 vorausgegangen. Nach Angaben der ABDA hatte es nach einer entsprechenden Schulung für die 3000 beteiligten Apotheken dabei eine Impfgebühr von 5 Euro pro Patient gegeben.

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