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Tabakwerbeverbot

Forscher werfen Union Verzögerungstaktik vor

Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) fordert ein Werbeverbot für Tabakprodukte und E-Zigaretten. Der Union-Bundestagsfraktion werfen die Wissenschaftler vor, den Gesetzgebungsprozess zu verschleppen.
Christina Müller
03.12.2019
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Die DANK, ein Zusammenschluss aus 22 Wissenschaftsorganisationen, will Heranwachsende besser vor den Folgen des Tabak- und E-Zigaretten-Konsums schützen als bisher. Aus diesem Grund dringt sie auf ein Verbot von Werbung für solche Produkte. »Nach jahrelangem Stillstand ist nun eine zügige Erarbeitung eines Gesetzentwurfs und die Verabschiedung des Gesetzes noch in dieser Legislaturperiode überfällig«, betont Ute Mons vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. »Weitere Verzögerungen spielen nur der Tabakindustrie in die Hand, die ihre Werbeausgaben schon in den letzten Jahren enorm nach oben getrieben hat.«

Die Reklame für E-Zigaretten steigere die Bereitschaft von Jugendlichen, sie auszuprobieren, teilen die Wissenschaftler unter Verweis auf zwei Studien mit. »Ein Außenwerbeverbot für E-Zigaretten ist gesundheitspolitisch sinnvoll«, unterstreicht Mons. Die DANK begrüße den Plan von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU), ein entsprechendes Gesetz auf den Weg zu bringen, das auch die Werbung für E-Zigaretten umfassen soll.

Dabei sieht sich die Ministerin der Allianz zufolge jedoch mit Blockaden aus den eigenen Reihen konfrontiert. »Seit Wochen verzögert eine Gruppe von Abgeordneten innerhalb der CDU/CSU-Fraktion den Entscheidungsprozess«, kritisieren die Forscher. »Die Debatte um die Einbeziehung der E-Zigaretten in das Werbeverbot sollte nicht dazu benutzt werden, den Gesetzentwurf weiterhin zu verzögern.« Mehr als die Hälfte der Bevölkerung befürwortet laut einer kürzlich veröffentlichten Studie ein vollständiges Werbeverbot für E-Zigaretten — sogar fast jeder zweite Raucher.

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