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Bayern

Finanzspritze für Landärzte

Seit 2012 versucht die Bundesregierung, Ärzte deutschlandweit in ländliche Regionen zu locken. Bayern hat darüber hinauss als einziges Bundesland ein eigenes Förderprogramm für Landärzte. Rund 400 Praxen profitierten bislang von den Zuschüssen.
dpa
03.12.2018
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Um die ärztliche Versorgung auf dem Land zu verbessern, legt sich Bayern ins Zeug. 38 Millionen Euro hat der Freistaat in den vergangenen Jahren in die medizinische Versorgung im ländlichen Raum gesteckt. Ein solches Förderprogramm gibt es bislang in keinem anderen Bundesland.

Ein Großteil des Geldes kommt Ärzten zugute, die sich auf dem Land niederlassen. Zudem fließt es in Stipendien für Medizinstudenten und innovative Versorgungskonzepte. »Das Geld ist gut investiert«, sagte die Bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München. Jeder geförderte Mediziner leite einen Beitrag zur Lebensqualität im ländlichen Raum.

Bisher wurden 476 Niederlassungen bezuschusst – davon 384 Hausärzte, 32 Fachärzte und 60 Psychotherapeuten. Sie bekommen bis zu 60 000 Euro Anschubförderung, wenn sie sich in Gemeinden mit nicht mehr als 20 000 Einwohnern niederlassen.

Außerdem wurden 187 Medizin-Stipendiaten unterstützt. Die Studenten bekommen für maximal zwei Jahre 600 Euro pro Monat, wenn sie sich verpflichten, ihre Weiterbildung im ländlichen Raum zu absolvieren und danach weitere fünf Jahre dort ärztlich tätig zu sein. »Mein Ziel ist es, dass es in Bayern auch künftig eine gute und möglichst wohnortnahe medizinische Versorgung gibt - auch auf dem Land«, sagte Huml.

Beschlossen, aber noch nicht umgesetzt ist außerdem eine Landarztquote von bis zu fünf Prozent aller Medizinstudienplätze in Bayern für Studenten, die später als Hausarzt in Regionen arbeiten, die ärztlich unterversorgt oder von Unterversorgung bedroht sind. »Mit besseren Chancen auf einen Medizinstudienplatz wird der Anreiz erhöht, sich für eine Niederlassung in der Fläche zu entscheiden«, sagte Huml. »Gleichzeitig wird die Suche nach Nachfolgern für eine Landarztpraxis erleichtert.«

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