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Stiftung Warentest

»Fiebermessen muss nicht teuer sein«

Stiftung Warentest hat zwanzig Fiebermessgeräte auf Messgenauigkeit, Handhabung, Alltagstauglichkeit und Schadstoffe getestet. Ein Stabthermometer schnitt beim Preis-Leistungs-Verhältnis am besten ab.
Carolin Lang
26.08.2021  16:00 Uhr

Unter den getesteten Geräten waren acht Stabthermometer sowie drei Ohr-, sechs Infrarot-Stirn- und drei kombinierte Ohr-/Stirnthermometer. Um die Alltagstauglichkeit der Thermometer zu prüfen, maßen zehn Erwachsene bei sich selbst sowie Eltern bei zehn Kindern die Körpertemperatur. Eine Fachkraft bestimmte die Temperaturen ebenfalls. Die Messung mit Stabthermometern erfolgte oral, die mit Ohrthermometern im Ohr und die mit Kombithermometern und kontaktlosen Infrarot-Thermometern an der Stirn. Unter Laborbedingungen wurde die Messgenauigkeit bei unterschiedlichen Referenz- und Umgebungstemperaturen sowie unmittelbar und 30 Minuten nach 24-stündiger feuchtwarmer und -kalter Lagerung geprüft.

Die Preisspanne der Geräte lag zwischen 3,45 Euro und 86 Euro. Stiftung Warentest meint: »Fiebermessen muss nicht teuer sein«. Die Hälfte der geprüften Stabthermometer messen laut der Verbraucherschutzorganisation zuverlässig für wenig Geld. Bei richtiger Positionierung des Thermometers im Mund, hinten unterhalb der Zunge, lieferte die Methode zuverlässige Werte. Die Messgenauigkeit war bei allen acht Thermometern »sehr gut« bis »gut«. Vier der acht Stabthermometer erhielten für die Temperaturmessung in der Praxis ein »befriedigend«, darunter das preisgünstigste Mivolis Fieberthermometer von der Drogeriemarktkette dm. Die beste Gesamtbewertung gab es für das Stabthermometer Domotherm Rapid von Uebe.

Kalte und warme Speisen oder Getränke können das Messergebnis verfälschen. Von einer Messung in der Achselhöhle rät die Stiftung Warentest wegen hoher Fehleranfälligkeit ab; am präzisesten sei die rektale Messung.

Schadstoffe in der Messspitze

Bei drei der Stabthermometer (von Boso, Geratherm und Aponorm) gab die Messspitze laut Stiftung Warentest Nickel über dem gesetzlich geregelten Grenzwert ab. Eine akute Gefahr bestehe dadurch nicht, aber es könne zu allergischen Reaktionen kommen. »Wer bisher auf Nickel nicht allergisch reagiert hat, muss nicht befürchten, dass sich dies durchs Fiebermessen ändert«, so die Einschätzung der Verbraucherschutzorganisation.

Eine orale oder rektale Aufnahme von Nickel sei laut dem Informationsverbund Dermatologischer Kliniken für solche Personen mit keinem Risiko verbunden. Der Kontakt der Geräte mit der Haut sei zu kurz (etwa 15 Sekunden), um eine Allergie auszulösen. Selbst für Nickelallergiker sei das Risiko für ein Kontaktekzem äußerst gering.

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