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Mordserie an Kliniken

FDP ist »fassungslos«

Angesichts des heutigen Prozessauftakts vor dem Landgericht in Oldenburg, bei dem sich ein ehemaliger Pfleger wegen 100-fachen Mordes an Patienten verantworten muss, pocht die FDP auf besseren Patientenschutz. Sicherheit habe in Krankenhäuser höchste Priorität, betonte die Partei.
Jennifer Evans
30.10.2018  14:50 Uhr

Zwischen 2000 und 2005 soll der Pfleger Niels Högel an den Kliniken  Oldenburg und Delmenhorst in Niedersachsen 100 Patienten umgebracht haben. Er soll seinen Opfern Medikamente gespritzt haben, die tödliche Komplikationen verursachten. Erst als er auf frischer Tat auf der Intensivstation ertappt wurde, nahmen die Morde ein Ende. Seit 2015 sitzt er wegen sechs Taten lebenslang in Haft. Doch nun steht er wieder vor Gericht, weil noch mehr Morde auf sein Konto gehen sollen. Die weiteren Vorwürfe hat der 41-Jährige heute gestanden.

»Der Fall macht fassungslos«, sagte FDP-Fraktionsvize Stephan Thomae: »Es ist nicht nachvollziehbar, wie Högel so lange fast unbemerkt so viele Patientenmorde begehen konnte, ohne gestoppt zu werden.« Ziel der juristischen Aufarbeitung müsse nun sein, Missstände in der Krankenhausorganisation zu identifizieren, um die Patienten in Zukunft besser zu schützen.

Außerdem plädiert Thomae dafür, dass die für Betrieb und Aufsicht der Krankenhäuser zuständigen Länder und Kommunen künftig enger zusammenarbeiten, um die Sicherheit der Patienten zu garantieren. »Konzepte wie die Stationsapotheken und anonyme Meldesysteme sollten bundesweit Schule machen. Denn die Sicherheit in Krankenhäusern muss höchste Priorität haben«, so FDP-Politiker.

Foto: Fotolia/mathom

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