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Österreich
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Evidenz zu Point-of-Care-Tests in Apotheken wächst

Ob Vitamin-D-Spiegel oder HbA1c – seit 2024 dürfen Apotheken in Österreich Point-of-Care-Tests anbieten. In mehreren Bundesländern wurden bereits Testaktionen durchgeführt und evaluiert – der Nutzen konnte gezeigt werden. Jetzt hofft die Apothekerkammer auf eine baldige Vergütung durch die Krankenkassen.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 18.02.2026  18:00 Uhr

Screening in Salzburg: Jeder Vierte hat deutlichen Vitamin-D-Mangel

Bislang werden die PoCT in den Apotheken jedoch in der Regel nicht durch die Krankenkassen übernommen, sondern sind eine Selbstzahlerleistung. Erst im April 2025 hatte die Österreichische Gesundheitskasse die Kostenübernahme von Vitamin-D-Bestimmungen auf bestimmte Patientengruppen beschränkt, zum Beispiel bei Osteoporose, chronischer Niereninsuffizienz, morbider Adipositas oder unter bestimmter Medikation wie Steroiden und Antiepileptika sowie für dauerhaft immobile Patienten mit permanentem Lichtmangel.

Ein Jahr zuvor hatten die Apotheken jedoch mit einer Vitamin-D-Testaktion im Bundesland Salzburg gezeigt, wie häufig ein unentdeckter Vitamin-D-Mangel besteht. Innerhalb von zwei Wochen wurden 2770 Personen in 62 Apotheken getestet. 56,2 Prozent hatten einen Spiegel unter 30 ng/ml, 25,2 Prozent zeigten sogar eine schwere Defizienz, berichtete Deibl. Fast die Hälfte der Teilnehmenden habe sich zum ersten Mal testen lassen. Die meisten waren aktiv in den Apotheken angesprochen wurden, andere hatten über Freunde und Familie oder die Medien über die Aktion erfahren und waren überrascht, dass solche Tests nun auch in Apotheken möglich sind. Die Kundenzufriedenheit war mit über 90 Prozent sehr hoch.

Diabetes: Von der Zufallsdiagnose zum Screening

Anhand mehrerer Aktionen zur HbA1c-Bestimmung konnte gezeigt werden, wie nützlich ein flächendeckendes Screeningangebot in Apotheken sein könnte. Diabetes sei noch allzu häufig eine Zufallsdiagnose. Die Österreichische Diabetes-Gesellschaft geht davon aus, dass bei rund 5 Prozent der Gesamtbevölkerung ein Prädiabetes vorliege – und jeder fünfte Mensch mit festen Diabetes noch nichts von seiner Erkrankung weiß. Insbesondere ein unbehandelter Diabetes geht jedoch mit hohen Kosten für die Folgeerkrankungen einher. Die frühzeitige Erkennung kann helfen, bei diesen Kosten zu sparen. 

Die hohe Dunkelziffer bestätigen gleich mehrere Screening-Aktionen. Von 445 Teilnehmern in Wien hatten 21 Prozent einen erhöhten HbA1c. Der Anteil der Personen über 60 Jahren lag mit 34 Prozent relativ niedrig und es wurde eine Testgebühr in Höhe von 10 Euro genommen. Bei auffälligen Werten wurden die Betroffenen Arzt verwiesen, was laut der Erhebung auch 30 bis 40 Prozent gemacht hätten.

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