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Grippeimpfung

EU-Staaten schließen Pandemie-Pakt

Die Grippe-Pandemie im Jahr 2009 kostete fast 18.500 Menschen das Leben – auch, weil es an Grippeimpfstoff mangelte. Jetzt rüstet sich Europa, um solche Ausbrüche künftig zu verhindern.
Christina Müller
28.03.2019
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Die EU-Kommission und 15 Mitgliedstaaten wollen künftig bei der Beschaffung von Pandemie-Impfstoffen gemeinsame Sache machen. Laut einer Mitteilung der Kommission unterschrieb auch Deutschland einen Rahmenvertrag mit dem Pharmaunternehmen Seqirus über die Herstellung und Lieferung der Influenza-Vakzinen. Ziel ist es, eine sichere Versorgung mit ausgewogener Preisgestaltung für die teilnehmenden Länder zu garantieren.

„Die heutige Unterzeichnung markiert eine neue Ära beim Zugang der EU-Bürger zu Grippepandemie-Impfstoffen“, lobte EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis. „Die Mitgliedstaaten, die die Verträge unterzeichnen, können sicher sein, dass ihre Bürger im Falle einer Grippepandemie Zugang zu Impfstoffen zum besten verfügbaren Preis haben werden. Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, wie wir gemeinsam stärker sind und mehr erreichen können.“

Während der Grippepandemie 2009, die zu 18.449 Todesfällen führte, hätten viele EU-Mitgliedstaaten Probleme gehabt, rasch ausreichende Mengen an Impfstoff zu beschaffen, schreibt die Kommission. In der Folge mussten sie sich demnach auf ungünstige Vertragsbedingungen einlassen. Vor diesem Hintergrund hatten die Gesundheitsminister auf ihrer Tagung im Dezember 2010 die Kommission aufgefordert, ein gemeinsames Beschaffungsverfahren für Pandemie-Impfstoffe zu entwickeln.

Das Abkommen mit Seqirus läuft zunächst sechs Jahre lang. Die Unterzeichnung eines zweiten Vertrags mit einem anderen Pharmaunternehmen sei in Vorbereitung, heißt es. Neben Deutschland traten Belgien, Estland, Frankreich, Griechenland, Irland, Kroatien, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien und Zypern der Vereinbarung bei.

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