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Strategiepapier

EU-Kommission will Arznei-Reste in der Umwelt reduzieren

Die Europäische Kommission hat am Montag ein Strategiepapier vorgelegt mit dem Ziel, Medikamentenrückstände in der Umwelt zu reduzieren. Dabei hat sie sechs Handlungsfelder identifiziert, in denen Verbesserungspotenzial besteht.
Christina Müller
12.03.2019
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»Die sechs Handlungsfelder decken alle Lebenszyklusabschnitte von Arzneimitteln ab, von der Entwicklung und Herstellung bis hin zur Entsorgung und Abfallwirtschaft«, heißt es in einer Mitteilung aus Brüssel. Die Kommission will nach eigenen Angaben die Aufklärung verbessern und eine umsichtige Anwendung fördern. Zudem gehe es um die Verbesserung von Ausbildung und Risikobewertung, Überwachungsdatenerhebung, die Schaffung von Anreizen für eine umweltfreundliche Gestaltung, die Reduzierung der Emissionen aus der Herstellung und des entstehenden Abfalls sowie eine verbesserte Abwasseraufbereitung. Konkret sollen etwa Umweltaspekte in die Schulung von medizinischem Personal einfließen und der vorbeugende Gebrauch von antimikrobiellen Substanzen in der Tiermedizin begrenzt werden.

In dem Papier nimmt die Kommission unter anderem Antibiotika in den Blick. Gelangen sie in die Umwelt, kann dies die Entwicklung resistenter Bakterien fördern. Vytenis Andriukaitis, EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, betont: »Es ist wichtig, dass Medikamente sicher und effektiv sind. Gleichzeitig sollten wir uns der Auswirkungen bewusst sein, die sie auf die Umwelt haben können.« Resistente Bakterien bezeichnet Andriukaitis als »eine der größten Bedrohungen für die Gesundheit weltweit«. Daher gelte es, Antibiotika nicht nur mit Bedacht einzusetzen, sondern auch Produktion und Entsorgung gut zu durchdenken. »Es ist Zeit für uns gemeinsam, den Gefahren antimikrobieller Substanzen für die Umwelt Beachtung zu schenken.«

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