Der EU-Fahrplan deckt 15 Rechtsbereiche ab, darunter Arzneimittel, Industriechemikalien, Pestizide, Biozide sowie Lebensmittel- und Futtermittelzusatzstoffe. / © Imago Images/Westend61
Der Fahrplan der EU-Kommission ist eine Reaktion auf die Europäische Bürgerinitiative »Für den Schutz kosmetischer Mittel ohne Tierquälerei und ein Europa ohne Tierversuche« und zielt darauf ab, ein hohes Schutzniveau für die Gesundheit von Mensch und Tier sowie für die Umwelt zu gewährleisten und gleichzeitig Europas Führungsrolle bei der Innovation im Bereich sicherer und nachhaltiger Chemikalien zu stärken. Darüber informierte die EU-Kommission am Montag.
Der Plan enthält konkrete Maßnahmen für die schnellere Entwicklung, Validierung und Einführung innovativer tierversuchsfreier Methoden in allen EU-Rechtsvorschriften. Die Initiative ist zudem ein zentrales Ergebnis des im Juli 2025 verabschiedeten Aktionsplans für Chemikalien und unterstützt die Umsetzung des REACH-Rahmens, der Chemikaliengesetzgebung der EU.
Der Fahrplan gliedert sich in drei Säulen, 22 Maßnahmen und deckt 15 Rechtsbereiche ab, darunter Arzneimittel, Industriechemikalien, Pestizide, Biozide sowie Lebensmittel- und Futtermittelzusatzstoffe. Zu den Maßnahmen gehören die Förderung von Forschung und Innovation, die Nutzung Künstlicher Intelligenz und von Big Data sowie die Stärkung der Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten, EU-Agenturen, Interessengruppen und internationalen Partnern, um den Übergang zu tierversuchsfreien Ansätzen zu erleichtern.
»Nach Jahrzehnten der Tierversuche unternehmen wir konkrete Schritte, um diese zu beenden. Die schrittweise Abschaffung von Tierversuchen für chemische Sicherheitsbewertungen auf der Grundlage von Innovationen wird ein dreifacher Gewinn für Tiere, Umwelt und Unternehmen sein«, sagte Jessika Roswall, EU-Kommissarin für Umwelt, resiliente Wasserversorgung und wettbewerbsfähige Kreislaufwirtschaft.
Auf dieser gemeinsamen Dynamik soll nun aufgebaut werden, um die Maßnahmen des Fahrplans umzusetzen. Dies werde den Fortschritt hin zu einem neuen wissenschaftlichen Rahmen beschleunigen, der nicht mehr auf Tierversuchen beruhe, so Roswall.
Die Kommission will unverzüglich mit der Umsetzung des Fahrplans beginnen, in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten, den EU-Agenturen und den relevanten Akteuren. Bis zum Jahr 2029 will die EU-Kommission eine hochrangige Konferenz organisieren, um eine Bilanz der erzielten Fortschritte zu ziehen. Im Mittelpunkt dieser Konferenz soll die verstärkte Anwendung und Übernahme tierfreier Ansätze in allen relevanten EU-Rechtsvorschriften, einschließlich REACH, stehen. Zudem soll die Konferenz eine Konsultation der relevanten Akteure über das weitere Vorgehen beinhalten.