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Schlafmittel
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Eszopiclon im Handel

Seit Langem sind Zopiclon-haltige Präparate im Handel. Darin ist ein Racemat der beiden Enantiomere des Wirkstoffs enthalten. Pharmakologisch aktiv wirkt jedoch ausschließlich das (S)-Enantiomer, Eszopiclon. Dieses ist in Lunivia® Filmtabletten von Hennig Arzneimittel vorhanden und seit April auf dem deutschen Markt.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 05.05.2021  14:00 Uhr

Kontraindikationen beachten

Einige Kontraindikationen gibt es zu berücksichtigen: Tabu ist Eszopiclon bei Patienten mit Myasthenia gravis, mit schwerer respiratorischer Insuffizienz, mit schwerer Leberinsuffizienz, schwerem Schlafapnoe-Syndrom und in einem Alter unter 18 Jahren. Ferner darf der Wirkstoff nicht bei älteren Patienten zum Einsatz kommen, die gleichzeitig potente CYP3A4-Hemmer erhalten. Denn dies führt möglicherweise zu einer Verstärkung der hypnotischen Wirkung von Eszopiclon, da der Wirkstoff durch das Enzym CYP3A4 metabolisiert wird. Bei jüngeren Patienten kann die gleichzeitige Einnahme eines potenten CYP3A4-Inhibitors eine Dosisreduzierung von Eszopiclon erforderlich machen. Die Tagesdosis darf 2 mg nicht übersteigen.

Ein besonderer Warnhinweis in der Fachinformation von Lunivia bezieht sich auf das Risiko durch eine gleichzeitige Einnahme von Opioiden. Diese kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen. Aufgrund dieser Risiken ist die gleichzeitige Verordnung von Eszopiclon zusammen mit Opioiden nur bei Patienten angebracht, für die es keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten gibt. Wenn dennoch eine gleichzeitige Verordnung von Eszopiclon zusammen mit Opioiden für notwendig erachtet wird, ist die niedrigste wirksame Dosis anzuwenden und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich zu halten. Die Patienten sind engmaschig auf Anzeichen und Symptome von Atemdepression und Sedierung zu überwachen.

Weitere Warnhinweise in der Fachinformation gibt es zum Beispiel zu den Punkten Abhängigkeitsrisiko sowie Absetzerscheinungen. Ein gleichzeitiger Alkoholkonsum ist bei allen Patienten zu vermeiden, da er die sedierende Wirkung des Arzneistoffs verstärken kann. Bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen zentral dämpfenden Arzneimitteln, etwa Antipsychotika, Anxiolytika, Muskelrelaxanzien, Antiepileptika und sedierenden Antihistaminika, kann es zu einer Verstärkung der zentraldämpfenden Wirkung kommen. Daher ist in diesen Fällen möglicherweise eine Dosisreduktion von Eszopiclon erforderlich.

Unangenehmer Geschmack ist als Nebenwirkung sehr häufig. Häufig kommt es zum Beispiel zu Kopfschmerzen, Somnolenz, trockenem Mund, Benommenheit und Übelkeit.

Die Anwendung von Eszopiclon in der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen. In der Stillzeit soll der Arzneistoff ebenfalls nicht zum Einsatz kommen.

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