Schwer einzuschätzen ist, wie viele Patientinnen und Patienten in Deutschland überhaupt Bedarf an einer Phagentherapie haben. Der Infektiologe Jan Rupp vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein sieht das Haupteinsatzgebiet bei Patienten, die mit multiresistenten Erregern besiedelt sind. Diese Patienten seien in der Regel schwer krank, sagte Rupp. »Und wenn sie schwer krank sind, dann kommen in der Regel ganze Kaskaden von Antibiotika, die dann irgendwann das Ende erreichen.« Die neue Leitlinie sei wichtig, um künftig Phagen schon frühzeitiger in die Diagnostik des Erregers und dann auch in die Therapieentscheidung einfließen zu lassen.