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B.1.617.2
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Erste Impfdosis wenig wirksam gegen indische Variante

Der Schutz der ersten Dosis einer Coronaimpfung gegen die zuerst in Indien aufgetauchte SARS-CoV-2-Variante B.1.617.2 ist offenbar sehr lückenhaft. Das ist besonders in England problematisch, wo sich B.1.617.2 ausbreitet und viele Menschen erst einmal geimpft sind.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 27.05.2021  18:00 Uhr

In Deutschland vor allem B.1.1.7

In Deutschland gehen weiterhin die meisten SARS-CoV-2-Infektionen auf das Konto von B.1.1.7. Laut dem aktuellen »Bericht zu Virusvarianten von SARS-CoV-2 in Deutschland« des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom 26. Mai wurde diese Variante bei neun von zehn Infizierten, bei denen der Erreger zwischen dem 10. und 16 Mai sequenziert wurde, nachgewiesen. Der Anteil von B.1.617.2 lag bei 2,2 Prozent, der von B.1.351 bei 1,1 Prozent und der von P.1 bei 0,3 Prozent.

Möglicherweise beruht die ungebrochen starke Dominanz von B.1.1.7 hierzulande auch darauf, dass nach wie vor vergleichsweise wenige Menschen geimpft sind. Am 26. Mai hatten laut RKI 41,2 Prozent der Menschen in Deutschland eine erste Impfdosis erhalten und 15,7 Prozent bereits beide. In dieser Situation kann sich B.1.1.7 mit seinem Fitnessvorteil durchsetzen. Virusvarianten mit Immunescape wie die Südafrika-, Brasilien- und weniger stark auch die Indien-Variante sind dagegen laut Drosten praktisch nur dann im Vorteil, wenn die Bevölkerung schon eine Hintergrundimmunität hat. Es kann also durchaus sein, dass mit fortschreitender Impfkampagne B.1.617.2 auch hierzulande B.1.1.7 zurückdrängen wird.

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