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Warken auf der DMEA
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ePA soll »Alltags-App« werden

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will die Digitalisierung des Gesundheitswesens vorantreiben und setzt dabei vor allem auf konkrete Mehrwerte der elektronischen Patientenakte (ePA). »Die ePA soll eine echte Alltags-App werden«, sagte die Ministerin bei der Digitalmesse DMEA.
AutorAlexander Müller
Datum 21.04.2026  15:30 Uhr

Bereits im Februar hatte Warken ihre Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen und die Pflege vorgelegt. »Aber die besten Ideen bringen nichts, wenn sie nicht genutzt werden«, so Warken in ihrem Grußwort bei der Fachmesse »Digital Medical Expertise and Applications« (DMEA). Voraussetzung für die Akzeptanz digitaler Lösungen seien »Vertrauen, Verlässlichkeit, Transparenz und ein spürbarer Nutzen – für Versicherte und Leistungserbringer gleichermaßen«.

Seit Anfang 2025 ist für rund 70 Millionen Versicherte eine ePA angelegt, aktuell werden laut Warken 22 Millionen Medikationslisten pro Woche geöffnet. Ziel sei, mehr Versicherte von einer aktiven Nutzung der ePA zu überzeugen. Das Anmeldeverfahren werde aktuell noch als zu kompliziert erlebt. Da aber oft der erste Eindruck über eine künftige Nutzung entscheide, soll das Anmeldeverfahren erleichtert werden – aber trotzdem sicher bleiben, so Warken.

Als stärkstes Argument für die ePA sieht sie aktuell die gebündelten Daten wie Arzneimittel, Blutwerte, Befunde. »So lassen sich Ressourcen schonen durch die Vermeidung von Doppeluntersuchungen.« Bis Ende des Jahres soll die Volltextsuche dazukommen. Auch in Krankenhäusern und in der Forschung sieht die Ministerin noch viel Potenzial für die ePA. Das Forschungsdatenzentrum Gesundheit ist ein  weiteres Großprojekt. Ab Ende des Jahres sollen laut Warken die Daten zur Verfügung stehen.

Konkrete Mehrwerte in der ePA gefragt

Die Krankenkassen wiederum sollen ihren Versicherten eigene Lösungen über die ePA anbieten. Gerade das Thema Prävention bietet sich laut Warken an, da Deutschland im internationalen Vergleich noch viel Luft nach oben habe. Mit Einwilligung der Versicherten sollen die Kassen Übersichten und Erinnerungsfunktionen zur Verfügung stellen. »Das wären handfeste Vorteile für die Versorgung«, so Warken. »Die ePA soll eine echte Alltags-App werden.«

Die Herausforderungen im Gesundheitswesen seien bekannt: eine alternde Gesellschaft mit stetig steigendem Versorgungsbedarf bei einem sich verschärfenden Fachkräftemangel. »Vieles lässt sich nur dann lösen, wenn wir in Digitalisierung und Innovationen investieren«, so Warken. Die Zukunft des Gesundheitswesens werde davon abhängen, »wie entschlossen wir digitale Innovationen in die Praxis umsetzen können«.

GeDIG soll demnächst ins Kabinett

Das Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) soll laut Warken demnächst ins Kabinett kommen. Voraussetzung für den Erfolg einer Digitalisierungsstrategie sei auch ein störungsfreier und sicherer Betrieb der Telematikinfrastruktur (TI). Die Gematik soll daher gestärkt werden, gerade in den Bereichen Gefahrenabwehr und Störungsbewältigung, versprach die Ministerin.

Nach ihrer Keynote wurde Warken noch über die DMEA begleitet. Von den nach Messeangaben rund 900 Ausstellern besuchte die Ministerin die Telekom sowie den Stand der Softwareplattform für Kliniken, Avelios. Auch Telepaxx durfte Warken das Digital-Produkt »TMD Cloud« für medizinische Bilddaten vorstellen. Weiter ging es dann mit dem KI-Agenten von Recare, der Vitagroup und Doctolib. Der Rundgang endete beim Ausstellungsstand des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG).

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