Um eine Veränderung anzustoßen, ist eine Sache unvermeidbar: der Dialog auf Augenhöhe. Richten kann man sich dabei laut Prieß nach Fragen wie: Was gebe ich? Was bekomme ich? Was brauche ich, damit ich mich gut fühle? Wie können wir Aufgaben so verteilen, dass jeder wesentlich vorkommt – ich, du und unsere Beziehung? Sinnvoll ist auch gemeinsam die Erwartungen zu reflektieren.
»Danke, dass du das angesprochen hast. Ich werde an mir arbeiten.« Im besten Fall fällt dieser oder ein ähnlicher Satz, wenn man sich den Verantwortlichkeitsfrust von der Seele geredet hat. Und vor allem: Es bleibt nicht nur bei den Worten.
Doch was, wenn sich nichts ändert, das Gegenüber weiterhin passiv bleibt – eben, weil er oder sie davon profitiert, dass man selbst stets Aufgaben sieht und erledigt?
»Wenn das Gegenüber nicht nachziehen will, ist das seine Entscheidung«, sagt Prieß. Und die muss man nicht schlucken, sondern sollte nun eigene Integrität vertreten, also klarstellen: »Das ist für mich nicht das, was ich möchte.«
Dann bleibt möglicherweise nur noch ein Ausweg aus der Verantwortlichkeitsspirale: das Ende der Freundschaft oder Beziehung – und damit ein »Ja« zu sich selbst.