| Theo Dingermann |
| 10.03.2026 16:20 Uhr |
Das Science Media Center greift diesen Bericht auf und weist darauf hin, dass das Problem auch in Deutschland besteht. In Deutschland werde Bewegung zwar durch verschiedene staatliche und nicht staatliche Einrichtungen gefördert, darunter Bonusprogramme oder Präventionskurse der Gesetzlichen Krankenversicherung und steuerlich bezuschusste betriebliche Gesundheitsförderung. Dennoch liege Deutschland im aktuellen Ranking des Public Health Index zum Umsetzungsstand wissenschaftlich empfohlener Präventionsmaßnahmen verglichen mit anderen europäischen Ländern im Bereich Bewegung nur im unteren Mittelfeld.
Dazu sagt Dr. Sven Messing, wissenschaftlicher Mitarbeiter im WHO-Kooperationszentrum für Bewegung und Gesundheit an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg: »Unsere Daten weisen auf ein grundsätzliches Problem in Deutschland hin: Zum einen gibt es wissenschaftliche Pilotprojekte, die nachweislich Bewegung fördern, aber in der Regel eine geringe Reichweite haben. Zum anderen gibt es großflächige Maßnahmen mit einer hohen Reichweite, für die aufgrund fehlender Evaluationen unklar ist, in welchem Umfang sie Bewegung fördern. Nur wenigen Maßnahmen gelingt es, beide Aspekte – hohe Reichweite und nachgewiesene Wirksamkeit für Bewegungsförderung – miteinander zu verbinden.«