| Paulina Kamm |
| 15.04.2026 16:15 Uhr |
Susanne Schaper (Die Linke Sachsen) betont, Apotheken seien unersetzlich. / © Imago/HärtelPRESS
Alleine in Sachsen sei seit 2021 die Anzahl der Apotheken von 938 auf 887 gesunken, so Schaper auf die Frage, warum eine Positionierung für die Apotheke vor Ort für sie eine so große Rolle spiele. Apotheken seien ein »maßgeblicher Teil der medizinischen Versorgung«. Die Versorgung von Menschen stehe für sie und ihre Partei im Mittelpunkt: »Der Zugang zu Medikamenten ist eine Frage der Gerechtigkeit«, so Schaper.
Daher setze sie sich schon seit Jahren für die Apotheken ein. Einen aktuellen Anlass sieht sie im laufenden Gesetzgebungsprozess; das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) soll bald beschlossen werden. Geplant sind darin unter anderem mehr Kompetenzen für Apotheken. Schaper betont, sie unterstütze die grundlegenden Punkte des Gesetzesentwurfs und sehe darin eine Chance, Ärztinnen und Ärzte zu entlasten.
Laut Schaper übernehmen Apotheken bereits heute vielfältige Aufgaben und sind damit ein elementarer Bestandteil des Gesundheitswesens. »Die Apotheke vor Ort ist kaum zu ersetzen: Sie bietet niedrigschwellige, vertrauensvolle Beratung, kann bei Lieferengpässen Alternativen anbieten und Rezepturen herstellen. All das können Internetapotheken nicht leisten.«
Maßgeblich könne das Apothekenwesen durch eine Erweiterung der heilberuflichen Kompetenzen von Apothekerinnen und Apothekern sowie durch den Ausbau pharmazeutischer Dienstleistungen (pDL) gestärkt werden. »Positiv ist zudem die Einführung klar geregelter Möglichkeiten zur Fortführung bestehender Therapien ohne unmittelbare ärztliche Verordnung«, so Schaper. Sie hoffe dadurch auf eine Sicherstellung einer kontinuierlichen Versorgung der Patientinnen und Patienten. Die Möglichkeit, Rx-Arzneimittel unter bestimmten Bedingungen auch ohne vorliegendes Rezept abzugeben, war in der Ärzteschaft auf scharfe Kritik gestoßen.
»Damit wieder mehr junge Menschen Lust haben, eine Apotheke zu betreiben oder dort mitzuarbeiten, müssen die Rahmenbedingungen besser werden«, betonte Schaper. Abseits einer Optimierung von Ausbildung und Studium mit mehr Praxisbezug müsse auch die wirtschaftliche Lage der Apotheken gestärkt werden. Die Linke fordere hierfür umfassende Maßnahmen, allem voran eine dynamische Honoraranpassung an die Inflation sowie Bürokratieabbau.