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Streit um Organspende-Regeln

»Ein Nein auszusprechen ist zumutbar«

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat für neue Organspende-Regeln geworben. Leitgedanke sei, angesichts von mehr als 10.000 Menschen, die auf Organe warten, die Zahl der Spender zu erhöhen, sagte der CDU-Politiker in einer Debatte über grundlegende ethische Fragen im Bundestag.
dpa
28.11.2018
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Spahn verteidigte seinen Vorschlag für eine »doppelte Widerspruchslösung«. Das heißt, dass zunächst jeder als Spender gilt, allerdings soll man dazu aber noch Nein sagen können,

sonst sind – als doppelte Schranke – Angehörige zu fragen. Dieses Nein auszusprechen, sei zumutbar. »Das einzige Recht, das damit beschnitten würde, wäre das Recht, sich keine Gedanken zu machen.«

In der Debatte machten zahlreiche Abgeordnete massive Bedenken gegen eine solche Umstellung deutlich. Die Widerspruchslösung missachte das Selbstbestimmungsrecht der Bürger und verkehre die freie Entscheidung zugunsten einer Spende ins Gegenteil, sagte die FDP-Abgeordnete Christine Aschenberg-Dugnus.

Eine Gruppe von Abgeordneten um Grünen-Chefin Annalena Baerbock und Linke-Chefin Katja Kipping schlug eine »verbindliche wiederkehrende Abfrage« etwa beim Abholen neuer Pässe oder Personalausweise vor – ausdrücklich auch mit der Option, sich noch nicht für oder gegen Organspenden entscheiden zu wollen.

Bisher sind Organentnahmen nur bei ausdrücklich erklärter Zustimmung erlaubt. Die Zahl der Organspender hatte im vergangenen Jahr einen Tiefpunkt von 797 erreicht. Für dieses Jahr zeichnet sich aber erstmals wieder ein Anstieg ab. Bis Mitte November registrierte die Deutsche Stiftung Organtransplantation bereits 832 Spender.

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