| Theo Dingermann |
| 28.10.2022 14:00 Uhr |
Die Autoren untersuchten auch, inwieweit eine intranasale Applikation von mRNA-Polyplexen eine verstärkte Schleimhautimmunität vermittelt. Dazu verwendeten sie so genannte Polyamin-Coester (PACE). Dies sind biologisch abbaubare Terpolymere, die durch enzymatische Copolymerisation von Diestern/Disäuren mit aminosubstituierten Diolen und Lactonen synthetisiert werden. Auch diese Formulierungen als »PACE-Spike« eingesetzt induzierten in ähnlicher Weise erhöhte Antigen-spezifische mukosale CD8+-T-Zellspiegel und mukosale IgA-Titer.
Beide Booster-Methoden etablierten bei Mäusen einen Schutz vor einer tödlichen SARS-CoV-2-Provokation, die über 118 Tage anhielt. Die Forschenden testeten ihre Impfstrategie auch im Hamster-Modell. Dort blockierte der intranasale Booster die Virusübertragung effektiver als eine Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff.
Schließlich demonstrierten die Forschenden durch die Verwendung des S-Proteins aus SARS-CoV-1 als Spike-Antigen, dass die Prime- and Spike-Startegie auch eine Schleimhautimmunität gegen SARS-CoV-1 erzeugt und gleichzeitig die systemischen und schleimhautneutralisierenden Antikörper gegen das in der Prime-Impfung applizierte ursprüngliche S-Protein von SARS-CoV-2 verstärken kann.
Somit könnte sich die hier vorgestellte Prime- and Spike-Startegie als vielversprechender Ansatz erweisen, dem Ziel eines zulassungfähigen nasalen Impfstoffs näher zu kommen.