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Drei neue Studien
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Effekt von Tocilizumab bei Covid-19 bleibt unklar

Am Dienstag sind die Ergebnisse von gleich drei Studien zur Gabe des Interleukin-6-Hemmers Tocilizumab (RoActemra®) im Fachjournal »JAMA Internal Medicine« erschienen. Klarheit über den Nutzen des Medikaments bei Covid-19 bringen sie jedoch nicht.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 21.10.2020  15:00 Uhr

Die Hoffnung stirbt zuletzt

In einem begleitenden Editorial sind die Kerndaten aller fünf genannten Studien übersichtlich in einer Tabelle dargestellt (DOI: 10.1001/jamainternmed.2020.6557). Dort heißt es, dass noch mindestens fünf weitere Studien mit Tocilizumab laufen, darunter auch ein Arm der großen RECOVERY-Studie aus Großbritannien.

Die derzeitige Datenlage erlaube aber nicht den regulären Einsatz des monoklonalen Antikörpers bei Covid-19, folgert der Editorial-Autor Dr. Jonathan B. Parr, Infektiologe und Medizinprofessor an der University of North Carolina in Chapel Hill, USA. Unklar sei auch, ob sich die Tocilizumab-Gabe auf die langfristige Gesundheit der überlebenden Covid-19-Patienten positiv auswirkt. »Es ist möglich, dass das Abstumpfen der Immunantwort mit Tocilizumab die Morbidität und Mortalität auf lange Sicht verringert«, hofft Parr. Weitere Studienergebnisse bleiben abzuwarten.

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