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Reportage

Echtes Teamwork im Impfzentrum

Nichts wird verworfen

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern befürwortet das zuständige Ministerium in Nordrhein-Westfalen es ausdrücklich, möglichst viele Impfdosen aus den Fläschchen herauszuholen. »Hier wird nichts verworfen«, betont Plassmann. Seien am Ende des Tages angebrochene Ampullen übrig, riefen einige Arztpraxen noch ihre berechtigten mobilen Patienten an, die spontan kommen könnten, oder nähmen die aufgezogenen Impfspritzen zu Hausbesuchen mit. »Und auch hier wird dokumentiert, wo jede einzelne Impfdosis geblieben ist«, so Plassmann. Alle leeren Ampullen gehen zurück ans Impfzentrum, wo sie am Ende des Tages vom Sicherheitspersonal zertrümmert werden, damit sie nicht in den Schwarzmarkt gelangen und Fälschern in die Hände fallen.

Der Besuch im Impfzentrum dauert für jeden Impfling von der Anmeldung bis nach Ablauf der 30-minütigen Beobachtungszeit nach der Impfung etwa eine Stunde. Im Warteraum stehen Sanitäter bereit, falls jemand medizinische Hilfe benötigen sollte – »was aber bislang noch nicht vorgekommen ist«, so Feuerwehrmann Rosenkranz.

»Apotheker veredeln Impfstoff«

Aufsteller der #unverzichtbar-Kampagne verweisen auf die Mitarbeit der Apotheker und PTA, die in einem abgetrennten Teil der Messehalle Nord stattfindet und ansonsten von den Impflingen unbemerkt bleiben würde. »Für die Impflinge soll der Durchlauf möglichst geräuschlos erfolgen, doch sie sollen auf jeden Fall wissen, dass wir Apothekerinnen und Apotheker mit an Bord haben«, erklärt Dr. Peter Münster, niedergelassener Hausarzt und ärztlicher Leiter des Impfzentrums. »Wir haben hier eine hervorragende Zusammenarbeit mit dem pharmazeutischen Team. Da hilft uns neben der gleichbleibend hohen Qualität bei der Impfstoffrekonstitution auch der Servicegedanke weiter, den Apothekenmitarbeiter verankert haben, denn vom Ablauf muss alles gut ineinandergreifen. Der Impfstoff muss auf den Punkt genau und ohne Reste da sein.«

Neben dem fachlichen Know-how des pharmazeutischen Personals schätzt der Arzt auch dessen Mithilfe als psychologischen Faktor. »Der Apotheker veredelt gewissermaßen den Impfstoff durch seine Anwesenheit, da Apotheker ein großes Maß an Vertrauen in der Bevölkerung genießen«, so Münster. »Sie gelten als akkurat und sind hochqualifiziert – das ist auch gut für die Akzeptanz der Impfung.«

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