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Erstes Staatsexamen Pharmazie

Durchfallquote durch Pandemie gestiegen?

Den Daten des Instituts für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) zufolge sind die Durchfallquoten beim Ersten Staatsexamen im Studienfach Pharmazie im Vergleich von 2019 zu 2021 in allen vier Prüfungsfächern angestiegen. Das IMPP ist deshalb jedoch nicht beunruhigt.
Carolin Lang
15.10.2021  13:00 Uhr

Lag die Durchfallquote im Fach Chemie im Frühjahr 2019, also noch vor Beginn der Coronavirus-Pandemie, noch bei 8,3 Prozent, so lag sie im Frühjahr 2021 bei 17,7 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch. Im Prüfungsfach Biologie stieg die Durchfallquote von 17,2 auf 21,6 Prozent, in Physik hingegen verdoppelte sie sich ebenfalls knapp von 10,4 Prozent auf 20,4 Prozent. In Analytik erhöhte sich die Durchfallquote immerhin von 6,0 Prozent auf 10,6 Prozent.

Ein ähnlicher Trend ist bei den Prüfungsergebnissen vom Herbst 2021 zu erkennen, die im September veröffentlich wurden: Hier lag die Durchfallquote in den Fächern Chemie (19 Prozent), Physik (21,6 Prozent) und Analytik (22,8 Prozent) verglichen zum Frühjahr 2021 noch einmal etwas höher, im Fach Biologie hingegen ist sie leicht gesunken (20,8 Prozent).

Auch im Vergleich zu den Prüfungsergebnissen von Herbst 2019 und Frühjahr 2020, der letzten Staatsexamensprüfung nach regulärem Lehrbetrieb, lagen die Durchfallquoten im Frühjahr und Herbst 2021 tendenziell höher.

Prüfungsfach Durchfallquote im Frühjahr 2019 Durchfallquote im Herbst 2019 Durchfallquote im Frühjahr 2020 Durchfallquote im Herbst 2020 Durchfallquote im Frühjahr 2021 Durchfallquote im Herbst 2021
Chemie 8,3 Prozent 11,4 Prozent 6,1 Prozent 9,4 Prozent 17,7 Prozent 19 Prozent
Biologie 17,2 Prozent 12,7 Prozent 20,3 Prozent 17,2 Prozent 21,6 Prozent 20,8 Prozent
Physik 10,4 Prozent 16,4 Prozent 19,8 Prozent 22,9 Prozent 20,4 Prozent 21,6 Prozent
Analytik 6,0 Prozent 7,3 Prozent 10,6 Prozent 17,7 Prozent 10,6 Prozent 22,8 Prozent
Quelle: IMPP

Der Fachbereichsleiter Pharmazie am IMPP, Professor Dr. Klaus Höcherl, sieht jedoch keinen Zusammenhang zur Covid-19-Pandemie. Aufgrund dieser wurden in den vergangenen Semestern vor allem theoretische Lehrveranstaltungen im Pharmaziestudium weitgehend digitalisiert, Laborpraktika konnten teilweise in Kleingruppen und mit entsprechenden Hygienekonzepten vor Ort stattfinden. »Die Durchfallquoten im Frühjahr 2021 liegen im Schwankungsbereich der letzten zehn Jahre. Diese Schwankungen sind völlig normal«, sagt er auf Nachfrage der PZ. Im Fach Grundlagen der pharmazeutischen Analytik seien die Prüfungsergebnisse im Vergleich zum zehnjährigen Durchschnitt sogar etwas besser ausgefallen, führt er weiter aus.

Im Gegenteil könnte die Einschätzung des IMPP also darauf hindeuten, dass die pharmazeutischen Fakultäten ihren Lehrbetrieb erfolgreich umstellen und die gleichbleibende Qualität der Ausbildung angehender Apothekern sichern konnten. Im Wintersemester 2021/2022 wollen die pharmazeutischen Fakultäten wieder vermehrt zur Präsenzlehre zurückkehren.

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