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Niedrigwasser im Rhein
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Dürre belastet Pharmaindustrie 

Die Chemie- und Pharmaindustrie ist auf den Transport von Rohstoffen über Flüsse wie den Rhein angewiesen. Die aktuelle Dürre könnte daher zu Produktionskürzungen führen. Industrieverbände fordern jetzt mehr Investitionen in Infrastruktur. 
AutorKontaktdpa
Datum 06.08.2026  13:30 Uhr

Die deutsche Pharma- und Chemieindustrie warnt vor Produktionskürzungen wegen des Niedrigwassers im Rhein und anderen Flüssen. »Wenn Schiffe weniger laden können oder ganz ausfallen, steigen Kosten, Lieferketten geraten unter Druck und es kommt zu Produktionseinschränkungen«, sagte Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands VCI, der Deutschen Presse-Agentur.

Zwar seien Chemie- und Pharmaunternehmen auf Niedrigwasser vorbereitet, aber Notfallpläne ersetzten keine funktionierende Infrastruktur. »Der Investitionsstau bei den Wasserstraßen muss endlich weg«, forderte er vor einer Fachkonferenz zum Niedrigwasser, zu der Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU) heute in Bonn eingeladen hat.

Tiefer baggern allein reiche nicht, sagte Große Entrup. »Wenn kein Wasser da ist, hilft auch die tiefste Fahrrinne nicht«. Deutschland brauche ein Verkehrsnetz, das auch in Extremlagen funktioniere: »robuste Wasserstraßen, leistungsfähige Schienen und Straßen und echte Ausweichmöglichkeiten für die Industrie.«

Niedrigwasser könnte Wirtschaft Milliarden kosten

Das Niedrigwasser im Rhein, einer der wichtigsten Wasserstraßen Europas, und anderen Flüssen setzt der deutschen Wirtschaft zu. Schiffe können weniger laden, was die Transportkosten für die Industrie hoch treibt. Nach Schätzung des Kiel Instituts für Weltwirtschaft könnte das Niedrigwasser im dritten Quartal zwischen ein 1 und 2 Milliarden Euro an Wertschöpfung kosten und das Bruttoinlandsprodukt um 0,1 bis 0,2 Prozent dämpfen. Zum Vergleich: Im zweiten Quartal war die deutsche Wirtschaft um 0,2 Prozent gewachsen.

In der Chemie, wo Konzerne wie BASF, Evonik und Covestro am Rhein sitzen angesiedelt sind, werden Chemikalien in großem Stil übers Wasser transportiert – darunter Methanol oder Flüssiggase wie Butan, Propan und Ammoniak. 2024 wurden nach jüngsten Daten rund 20 Millionen Tonnen Chemie-Erzeugnisse per Binnenschiff befördert. BASF etwa transportiert 40 Prozent der Güter an seinem Stammwerk Ludwigshafen per Schiff und verlagert nun Güter teils auf Lkws und die Schiene.

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