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Healthcare Frauen
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»Diversität in Führungspositionen ist kein Nice-to-have«

Warum angesichts des Fachkräftemangels qualifizierte Frauen nicht auf dem Weg in Führungspositionen verloren gehen dürfen und welche strukturellen Veränderungen notwendig sind, wurde heute von Vertreterinnen aus Politik und Ärzteschaft beim Parlamentarischen Frühstück der Healthcare Frauen diskutiert.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 04.11.2026  14:00 Uhr

Karin Maag, unparteiisches Mitglied im G-BA und Schirmherrin des Projekts »Let’s Be Leaders« der Healthcare Frauen, betonte die Bedeutung der Förderung von Frauen in medizinischen Führungspositionen und unterstrich, dass der Verlust qualifizierter Ärztinnen auf dem Weg in die Führung angesichts des Fachkräftemangels nicht hinnehmbar sei. Sie verweist auf die weiterhin deutliche Unterrepräsentanz von Frauen in leitenden Positionen, auf Fachkongressen, in Fachgesellschaften und in der Lehre. Diversität in Führungspositionen sei nicht nur eine Frage der Gleichberechtigung, sondern führe nachweislich zu besseren Ergebnissen in der Versorgung und Forschung. »Diversität in Führungspositionen ist kein Nice-to-have«, sagte Maag.

Zwar hätten sich die strukturellen Rahmenbedingungen, etwa durch flexiblere Arbeitszeitmodelle und bessere Betreuungsmöglichkeiten, bereits verbessert, dennoch bestehe weiterhin Handlungsbedarf. Sie appellierte insbesondere an die Politik, aktiv nachzufragen, wie viele Frauen in Führungspositionen vertreten sind, und sich dafür einzusetzen, dass qualifizierte Ärztinnen bessere Chancen erhalten und langfristig in Führungspositionen bleiben. Frauengesundheit sei schon längst kein Nischenthema mehr.

Moderne Führungskultur mit Wertschätzung

Die Bundestagsabgeordnete und gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion Simone Borchardt versicherte: »Sie haben mich an der Seite, wenn es um die politischen Rahmenbedingungen geht.« Sie kritisierte, dass Frauen auch bei entsprechender Qualifikation nach wie vor mit Hürden beim Zugang zu Führungspositionen konfrontiert seien.

Die Politikerin sprach sich dafür aus, Kompetenzen und individuelle Stärken stärker in den Mittelpunkt zu stellen und Führung nicht allein an fachlicher Expertise, sondern auch an sozialen und kommunikativen Fähigkeiten festzumachen. Insbesondere im Gesundheitswesen brauche es eine moderne Führungskultur, die Wertschätzung, Mitarbeiterorientierung und die Entwicklung individueller Potenziale fördert, so Borchardt. »Frauen sind schon längst die tragende Säule der Medizin«, sagte sie. »Leistung muss eine faire Chance erhalten.«

Politisch sieht sie Handlungsbedarf sowohl bei der Besetzung von Führungspositionen als auch bei den Rahmenbedingungen, insbesondere bei flexiblen Arbeitsmodellen, Kinderbetreuung und der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Eine Frauenquote allein reiche ihrer Ansicht nach nicht aus; vielmehr müsse die Politik dafür sorgen, dass qualifizierte Frauen faire Entwicklungschancen erhalten und ihre beruflichen Perspektiven tatsächlich verwirklichen können. Borchardt betrachtet das gesamte Thema als »Querschnittsthema«.

Susanne Johna, erste Vorsitzende des Marburger Bundes, machte zudem deutlich, dass die Unterrepräsentanz von Ärztinnen in Führungspositionen wesentlich durch strukturelle Probleme im Klinikalltag verursacht werde. Eine zentrale Rolle spielten dabei Care-Arbeit als gesellschaftlich relevantes Thema, traditionelle Hierarchien, mangelnde Transparenz und eine Führungskultur, die häufig noch zu wenig auf Partizipation, Respekt und Wertschätzung ausgerichtet ist. Hinzu kämen starre Arbeitszeitmodelle und Nachteile für Teilzeitbeschäftigte, die dadurch beispielsweise bei Weiterbildungen und beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten benachteiligt werden.

Johna forderte familiengerechte Arbeitsbedingungen, eine bessere Personalausstattung, mehr Zeit für Weiterbildung und wirksame Maßnahmen gegen Machtmissbrauch sowie sexuelle Belästigung, um Ärztinnen langfristig im Beruf zu halten und ihnen gleichberechtigte Karrierewege zu ermöglichen.

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