| Lukas Brockfeld |
| 21.10.2026 15:30 Uhr |
Digitale Infrastruktur verbraucht viel Energie. / © Imago/Zoonar
Bei der Vorstellung der Studienergebnisse sagte Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbands, dass Digitalisierung und KI aktuell in aller Munde seien. Doch bisher zeige sich das kaum im deutschen Gesundheitswesen. »Wir freuen uns schon, dass die elektronische Patientenakte allmählich in die Gänge kommt«, sagte Klemm. Der Veränderungsdruck im Gesundheitssystem sei groß, auch aufgrund des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels. »Digitalisierung kann hier eine Lösung sein.«
Doch digitale Anwendungen seien energiehungrig und mit einem nicht zu vernachlässigenden CO2-Ausstoß verbunden. »Wie kann Digitalisierung also tatsächlich zur Nachhaltigkeit beitragen? Welche Voraussetzungen braucht es dafür? Deswegen haben wir die Studie angestoßen. Auch um zu zeigen, dass Digitalisierung nicht automatisch Nachhaltigkeit ist«, sagte Klemm. Für die Untersuchung haben sich die Betriebskrankenkassen mit dem Berlin Institute of Health at Charité zusammengetan.
Die am Mittwoch vorgestellte Studie kommt dabei zu dem zentralen Ergebnis, dass Digitalisierung und Nachhaltigkeit nicht länger als getrennte Transformationsaufgaben betrachtet werden sollten, sondern enger miteinander verzahnt werden müssen. »Das Potenzial ist riesig, aber nur, wenn man Digitalisierung und Nachhaltigkeit als zwei Seiten derselben Medaille betrachtet und gemeinsam gestaltet. Denn wo Digitalisierung draufsteht, ist nicht automatisch Nachhaltigkeit drin«, so Klemm. Entscheidend sei, ob digitale Anwendungen einen messbaren Beitrag zu einer besseren Versorgung leisten.
Laut der Studie kommt der gesetzlichen Krankenversicherung dabei eine Schlüsselrolle zu. Sie könne die Voraussetzungen dafür schaffen und Innovationen so steuern, dass sie technisch, sozial gerecht, wirtschaftlich tragfähig und ökologisch sinnvoll sind. Daher definieren die Autoren mehrere Handlungsfelder, über die Krankenkassen eine nachhaltige Digitalisierung aktiv fördern können. Dazu gehören die stärkere Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien bei digitalen Projekten, die Förderung interoperabler Lösungen, die Unterstützung digitaler Teilhabe sowie die Verankerung von Nachhaltigkeitsaspekten in Beschaffung und Vertragsgestaltung.
Konkret werden in der Studie die folgenden fünf Handlungsempfehlungen formuliert, an denen sich die Gesetzliche Krankenversicherung orientieren soll: