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Senolytika
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Diese Anti-Aging-Kombination ist nicht ungefährlich

Eine der prominenten »Kennzeichen des Alterns« ist zelluläre Seneszenz. Diesem Phänomen, das unter anderem für chronische Entzündungen verantwortlich gemacht wird, versucht man mit der neuen Wirkstoffklasse der Senolytika zu begegnen. Ein prominenter Vertreter dieser Klasse ist die Wirkstoffkombination Dasatinib/Quercetin. Dass diese nicht zugelassene Kombination nicht leichtfertig eingesetzt werden sollte, zeigt eine aktuelle Studie.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 20.03.2026  09:00 Uhr
D+Q-Behandlung führt zu Reprogrammierung von Oligodendrozyten

D+Q-Behandlung führt zu Reprogrammierung von Oligodendrozyten

Auf molekularer Ebene weisen Transkriptomanalysen auf eine umfassende Reprogrammierung der Oligodendrozyten hin. Besonders hervorzuheben ist die Aktivierung einer Stressantwort des endoplasmatischen Retikulums (ER), insbesondere der sogenannten »Unfolded Protein Response« (UPR).

Schlüsselregulatoren, darunter die Transkriptionsfaktoren ATF4 und XBP1 sowie das Hitzeschockprotein HSPA5, sind signifikant hochreguliert, was sowohl in vitro als auch im Gewebe bestätigt werden konnte. Gleichzeitig werden zentrale Gene der Myelinisierung sowie Mechanismen des mRNA-Transports herunterreguliert. Diese Kombination deutet darauf hin, dass D+Q nicht primär die Zellidentität verändert, sondern die funktionelle Kapazität reifer Oligodendrozyten unterdrückt.

Die Forschenden schlagen auf Basis ihrer Beobachtungen ein mechanistisches Modell vor, in dem D+Q-induzierter ER-Stress zu einer Aktivierung der UPR führt, wodurch die Proteinsynthese und Prozessdynamik der Oligodendrozyten beeinträchtigt werden. Dies resultiert in einer gestörten Myelinisierung ohne Zellverlust, ein Phänotyp, der bemerkenswerte Parallelen zu den in MS-Läsionen beobachteten gestressten Oligodendrozyten aufweist.

Somit liefert die Studie nicht nur ein potenzielles experimentelles Modell für oligodendrogliale Dysfunktion bei MS, sondern erweitert auch das Verständnis nicht zytotoxischer Mechanismen der Demyelinisierung.

Senolytika in der klinischen Entwicklung

Diese Befunde haben eine erhebliche klinische Relevanz. Denn während senolytische Therapien derzeit in verschiedenen Indikationen klinisch geprüft werden, legen die Daten nahe, dass deren Einsatz im neurologischen Kontext mit bislang unterschätzten Risiken verbunden sein könnte. Insbesondere die selektive Vulnerabilität der weißen Substanz und die Möglichkeit kognitiver Nebenwirkungen (»Chemo Brain«) verdienen weitere Aufmerksamkeit.

Diese Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit für eine differenzierte Bewertung senolytischer Strategien. Vor allem sind Effekte im zentralen Nervensystem systematisch zu untersuchen, bevor die Kandidaten-Wirkstoffe unkritisch eingesetzt werden.

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