| Christina Hohmann-Jeddi |
| 27.01.2026 16:20 Uhr |
Etwa 10 bis 15 Prozent der Erkältungen gehen auf die humanen Coronaviren (hCoV) zurück, RNA-Viren aus der Familie der Coronaviridae, die den Menschen befallen. Zu nennen sind hier die vier Vertreter hCoV-229E, -HKU1, -NL63 und -OC43. Das bekannteste Coronavirus ist seit der Pandemie SARS-CoV-2. Während hCoV-229E und -OC43 in den 1960er-Jahren entdeckt wurden, sind die anderen Viren vergleichsweise jung. Sie wurden 2004 und 2005 beschrieben, SARS-CoV-2 erst 2019.
Den Coronaviren ist gemeinsam, dass sie behüllt sind und ein einzelsträngiges RNA-Genom besitzen. Sie lösen Atemwegsinfektionen von unterschiedlichen Schweregraden aus – von banalen Erkältungen bis hin zu schweren Pneumonien und Bronchitiden. Die Viren sind weltweit zu finden und werden in der Regel über Tröpfchen und Aerosole, aber auch über Schmierinfektionen übertragen. Gegen SARS-CoV-2 gibt es bekanntermaßen eine Reihe von Impfstoffen, gegen die restlichen hCoV nicht. Auch kausale Therapien sind nicht vorhanden. Bei schweren Verläufen von SARS-CoV-2-Infektionen werden zum Beispiel Corticosteroide, Antikoagulanzien und künstliche Beatmung eingesetzt.
Bei Adenoviren handelt es sich um unbehüllte doppelsträngige DNA-Viren aus der Gattung Mastadenovirus. Sieben Arten sind humanpathogen. Die Erreger sind sehr resistent gegen chemische und physikalische Einwirkungen und auch gegen alkoholische Desinfektionsmittel. Da sie so widerstandsfähig sind, sollten bei bekannten Infektionen im Umfeld die Hygienemaßnahmen über vier Wochen erhöht werden. Übertragen werden die Viren – je nach Serotyp – vor allem über Schmierinfektionen, aber auch über Tröpfchen, die beim Husten, Niesen oder Sprechen entstehen. Auch im Schwimmbad kann man sich infizieren, wenn das Wasser nicht ausreichend stark gechlort ist.
Die Ausprägungen der Infektionen sind vielseitig. Die Erreger verursachen vor allem leichte Atemwegserkrankungen. Sie können aber auch Bronchitis oder eine Lungenentzündung beziehungsweise Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfälle, Bindehaut-, Harnblasen- oder Rachenentzündung auslösen. Für Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem können Adenovirus-Infektionen lebensbedrohlich werden. Behandelt werden sie symptomatisch; eine kausale Therapie gibt es nicht.