| Christina Hohmann-Jeddi |
| 27.01.2026 16:20 Uhr |
Erkältungsähnliche Atemwegserkrankungen ruft auch RSV hervor, ein behülltes RNA-Virus, das zu der Familie Pneumoviridae gehört. Der Erreger befällt vor allem die Schleimhäute der oberen Atemwege und das Flimmerepithel der Bronchien. Dort bringt er die infizierten Zellen dazu, zu verschmelzen und Synzytien zu bilden, woher der Name stammt. Wie die anderen Erkältungserreger wird das Virus über Tröpfchen und Schmierinfektionen übertragen. Die Inkubationszeit beträgt etwa zwei bis acht Tage. RSV kann inzwischen durch Schnelltests, meist in Kombination mit Influenza A und B sowie SARS-CoV-2 nachgewiesen werden.
Gerade bei Säuglingen kann RSV schwere Infektionen hervorrufen, die zum Teil eine stationäre Behandlung erfordern. Zur Prophylaxe sind eine passive Immunisierung mit Nirsevimab (Beyfortus) und der Impfstoff Abrysvo zur maternalen Impfung zugelassen. Insgesamt sind inzwischen drei Impfstoffe verfügbar, neben Abrysvo noch Arexvy und mResvia, die laut Ständiger Impfkommission (STIKO) bei Menschen ab 75 Jahren eingesetzt werden sollen, die ein erhöhtes Risiko für schwere RSV-bedingte Erkrankungen haben.
Eng verwandt und klinisch ähnlich zu RSV ist das humane Metapneumovirus (HmpV). Bei Kleinkindern und Kindern ist es einer der häufigsten Erreger von Entzündungen der Bronchiolen. Bis zum Alter von sechs Jahren hatten die meisten Menschen einen ersten Kontakt mit dem Virus. Typische Symptome sind verstopfte Nase, Husten, Fieber und Kurzatmigkeit. Gegen das Virus sind keine kausale Therapie und auch kein Impfstoff vorhanden.
Bei den meisten Erkältungen ist vor allem Geduld gefragt – sie klingen in der Regel innerhalb von sieben Tagen von selbst ab, wobei Bettruhe und symptomatische Therapien wie Fiebersenker oder Nasenspray die Beschwerden senken können. In einzelnen Fällen sollten die Infektionen doch ärztlich abgeklärt werden. Zu den Warnhinweisen zählt, wenn sich die Beschwerden verstärken, statt abklingen, hohes oder anhaltendes Fieber, Atemnot, Brustschmerzen und anhaltende Ohrenschmerzen. Gerade Ältere und immunsupprimierte Personen sollten ihre Atemwegsinfekte rechtzeitig abklären lassen.