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Apotheken in Bremen
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»Die Spirale geht nur abwärts«

In einer gemeinsamen Pressekonferenz klärten Apothekerkammer und -verband Bremen Journalisten über die möglichen Folgen des Apotheken-Reformgesetzes auf. An ihrer Seite hatten sie auch eine junge Pharmazeutin, die um ihre Zukunft fürchtet.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 20.06.2024  16:26 Uhr
Reduzierte Öffnungszeiten: Gleiche Arbeit, mehr Belastung

Reduzierte Öffnungszeiten: Gleiche Arbeit, mehr Belastung

Von der Idee im Gesetzentwurf, die Öffnungszeiten der Apotheken deutlich zu kürzen, versprechen die Apotheker sich keine Erleichterung: Die Patientenzahl und Arbeit bleibe die gleiche, für die man auch weiterhin genügend Personal benötige – nur in weniger Zeit und mit noch mehr Druck.

Vizepräsident Köhler fürchtet, sollten die nur mit PTA-besetzten Light-Apotheken kommen, würden Kollegen allein aus der Not darauf zurückgreifen. Oder eine solche Light-Apotheke in lohnenswerten Gegenden eröffnen, in Konkurrenz zu vollversorgenden Apotheken – aber nicht dort, wo eine neue Apotheke wirklich gebraucht werde. Zumal die große Frage sei, woher die PTA kommen sollen, die mehr Verantwortung als Filialleitung übernehmen wollen. Berechtigterweise würden sie dann mehr Gehalt erwarten.

»Wir sollen mehr impfen, müssen Lieferengpässe ausgleichen, Antibiotika- und Fiebersäfte für Kinder herstellen und Probleme mit E-Rezepten lösen«, verdeutlichte Scholz die aktuellen Mehrbelastung der Apotheken mit einigen konkreten Beispielen. »Das geht nur mit genügend vollwertigen Apotheken und genügend fachlich qualifiziertem Personal.«

Die Apotheken erwarteten von der Politik und den Krankenkassen nicht mehr als eine angemessene Vergütung und Respekt für ihre Arbeit, so Real. Köhler wurde ebenfalls noch einmal konkret: »Wenn wir das E-Rezept einer älteren Dame mit Rollator aufgrund von Lieferengpässen nicht beliefern können, kümmern wir uns darum. Aber irgendwann werden wir nur noch Dienst nach Vorschrift machen können und die Dame zurück in die Straßenbahn zum vielleicht weiter entfernten Arzt schicken. Das kann doch gesellschaftlich nicht gewollt sein.«

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