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Weniger Abgase

Die Luft wird spürbar sauberer

Monatelang bestimmte NO2 aus dem Auspuff von Dieselautos die Schlagzeilen, vom VW-Skandal über den Streit um Nachrüstungen bis zu Fahrverboten. Nun hat das Umweltbundesamt gute Nachrichten für Stadtbewohner.
dpa
13.06.2020  12:00 Uhr
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Die Luft in Deutschlands Städten wird sauberer. Im vergangenen Jahr überschritten nur noch 25 Städte den Grenzwert für gesundheitsschädlichem Stickstoffdioxid – das NO2 genannte Gas ist der Grund für Diesel-Fahrverbote. 2018 waren die Werte noch in 57 Städten höher gewesen, als die EU erlaubt.

Der Trend zur besseren Luft war schon länger klar, diese Woche nun legten Umweltbundesamt (UBA) und Bundesumweltministerium die endgültige Auswertung der Daten aus den Ländern für das Jahr vor. Die zeigen: In den Städten mit hoher Belastung ist die Luft durch die Bank besser geworden, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Im Jahresmittel darf die Belastung mit NO2, das laut UBA in verkehrsreichen Städten hauptsächlich aus Diesel-Abgasen stammt, den Wert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft nicht überschreiten. Er gilt schon seit 2010.

Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) begrüßte die Daten: «Das zeigt: Umweltpolitik wirkt», sagte sie. Dennoch reichten die bisherigen Maßnahmen nicht aus, um den Grenzwert wirklich überall einzuhalten. «Die Lösung liegt in saubereren Fahrzeugen und einer grundlegenden Mobilitätswende.» Überschritten wurde der Grenzwert demnach nur in Straßen mit viel Verkehr in Ballungsräumen und Städten. Spitzenreiter waren (Stand Ende Mai) München, Darmstadt, Stuttgart, Limburg an der Lahn und Frankfurt am Main. Aber auch dort sanken die Werte.

Als Grund für die Verbesserung gibt das Umweltbundesamt Tempolimits, Fahrverbote oder der Einsatz saubererer Busse an, aber auch Softwareupdates für Dieselautos und die Erneuerung der Fahrzeugflotte. Auch das Wetter beeinflusse die Ausbreitung von Luftschadstoffen.

Die Corona-Krise wirkt sich dem Umweltbundesamt zufolge bereits jetzt auf die Werte für 2020 aus. An manchen Orten sei die NO2-Belastung um bis zu 40 Prozent weiter zurückgegangen. «Diese positive Erkenntnis sollten wir unbedingt als weiteren Anlass für eine langfristige Verkehrswende aus dieser Krise mitnehmen», forderte der Präsident des Umweltbundesamts, Dirk Messner. Für den Schutz der menschlichen Gesundheit brauche wir eine dauerhafte und nachhaltige Verbesserung. «Dass weniger Verkehr zu besserer Luft und auch weniger Lärm führt und sich damit die Lebensqualität in unseren Städten erhöht, hat uns die Corona-Krise vor Augen geführt.»

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