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Berufsidentität umdenken
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Die KI macht Apotheken noch menschlicher

Emotionale Intelligenz, problemlösendes Denken, ethisches Handeln und kritisches Hinterfragen – künstliche Intelligenz kann menschliche Werte nicht ersetzen. Für die Apotheke vor Ort liegt darin eine Chance.
Datum 24.07.2026  13:00 Uhr

Künstliche Intelligenz (KI) verändert nicht die Aufgaben der Apothekerinnen und Apotheker, sondern die Art, wie sie ihren beruflichen Zweck verstehen. Das betonte die Pharmazieprofessorin Dr. Melody Ryan von der Universität Kentucky in ihrem Vortrag bei einem Webinar des Weltapothekerverbands – FIP. Traditionelle Rollen entwickelten sich weiter, berufliche Identitäten erweiterten sich. »KI ändert die Arbeit, aber nicht den Wert«, stellte sie klar.

Ryan beschreibt vier neue Identitätsfelder für die Apothekerschaft. Das erste ist der KI-gestützte Kliniker. Die KI liefert Antworten, der Apotheker oder die Apothekerin gibt ihnen Bedeutung. Die KI spuckt also Risikobewertungen, Warnungen zu Arzneimittel-Wechselwirkungen und Zusammenfassungen zu wissenschaftlichen Erkenntnissen aus. Und der Heilberufler oder die Heilberuflerin ordnet die Auswertungen ein, gibt ihnen Kontext, kommuniziert sie empathisch, berücksichtigt Präferenzen und trifft gemeinsam mit Patientinnen und Patienten Therapieentscheidungen.

Zweitens kann die Apotheke als Übersetzerin und Integratorin agieren. Ryan meint damit die Fähigkeit, medizinische Informationen in konkrete Handlungsschritte zu übersetzen – unabhängig davon, ob sie aus Wearables, elektronischen Gesundheitsakten, Leitlinien oder KI-Empfehlungen stammen. Pharmazeutinnen und Pharmazeuten können daraus Maßnahmen ableiten und sicherstellen, dass Patientinnen und Patienten diese verstehen und umsetzen.

Ergebnisse evaluieren, Standards definieren

Drittens sieht Ryan den Berufsstand als Mitgestalter und Prüfer. Er könne KI-Entwicklung also aktiv begleiten, an Studien teilnehmen, Ergebnisse evaluieren, Standards definieren und neue Lösungen oder Prototypen mitentwickeln – immer mit Blick auf reale Bedürfnisse.

Und viertens kann sich die Offizin als ethischer Wächter und Datenverantwortlicher positionieren. Dabei geht es darum, Themen wie gerechte Versorgung, Schutz der Privatsphäre, Transparenz und Verantwortung hochzuhalten. Genau das schaffe Vertrauen, betonte sie.

Am Ende ihres Vortrags hebt Ryan hervor, dass die KI die Apothekerinnen und Apotheker sogar zu besseren Versorgern machen könne. Der technologische Wandel entmenschliche den Beruf nicht – er mache ihn menschlicher.

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