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Pubertät
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Die Haut im hormonellen Wandel

Die hormonelle Umstellung während der Pubertät verändert Haut, Haare und Schleimhäute. Für die pharmazeutische Beratung bedeutet das: Jugendliche brauchen Aufklärung, die passende Pflege und vor allem Verständnis für die physiologischen Prozesse in dieser sensiblen Lebensphase.
AutorKontaktMaxine Bennek
Datum 01.02.2026  08:00 Uhr

Beratung in der Apotheke

Die Apotheke ist ein wichtiger Anlaufpunkt, an dem Jugendliche oder ihre Eltern ihre Fragen zu den Veränderungen der Haut und Schleimhäute während der Pubertät offen stellen können. Das pharmazeutische Personal kann hier geeignete Hilfestellungen geben.

Ein zentrales Thema ist die gesteigerte Sebumproduktion, die zur Entstehung von Mitessern und Unreinheiten beiträgt. Hier profitieren Jugendliche von einer milden, aber konsequenten Hautpflege, die überschüssiges Fett entfernt, ohne die Hautbarriere zu schädigen. Empfehlenswert sind Reinigungspräparate, die aus synthetisch hergestellten Tensiden bestehen und einen leicht sauren pH-Wert haben, sowie nicht komedogene Feuchtigkeitspflege.

Bei leichten bis moderaten Verlaufsformen der Akne kommen häufig rezeptfreie Topika zum Einsatz. Salicylsäure wirkt keratolytisch und komedolytisch und fördert durch Abschilferung des Stratum corneum den Talgabfluss. Zusätzlich besitzt sie eine milde antiinflammatorische Wirkung. Azelainsäure, eine Dicarbonsäure mit antimikrobiellen Eigenschaften gegenüber Cuti-bacterium acnes, wirkt komedolytisch und antioxidativ. Auch Alphahydroxysäuren (AHAs) – wie Glykolsäure und Milchsäure – sind etabliert, um die Erneuerung der epidermalen Zellen zu fördern und die Hauttextur zu verbessern.

Bei moderater bis schwerer Akne werden verschreibungspflichtige Präparate eingesetzt. Topische Retinoide wie Tretinoin oder Adapalen modulieren die Keratinisierung (bei der lebende Hautzellen in der Epidermis zu abgestorbenen, kernlosen Hornzellen umgewandelt werden), fördern die Epithelzellregeneration und wirken komedolytisch. Adapalen besitzt zusätzlich antiinflammatorische Eigenschaften und zeigt eine gute Verträglichkeit.

Topische Antibiotika wie Clindamycin oder Erythromycin sollten ausschließlich in Kombination mit Benzoylperoxid verwendet werden, um Resistenzentwicklungen zu vermeiden. Systemische Antibiotika, insbesondere Doxycyclin oder Minocyclin, wirken sowohl antibakteriell als auch entzündungshemmend. Aufgrund zunehmender Resistenzen sollte die Behandlung nicht zu lange andauern.

Systemische Retinoide wie Isotretinoin sind die effektivste Therapie bei schwerer nodulärer Akne, bei der sich tief in der Haut schmerzhafte, harte Knoten bilden. Aufgrund des hohen teratogenen Risikos unterliegt die Anwendung von Isotretinoin strengen gesetzlichen Auflagen, insbesondere bei weiblichen Jugendlichen und Frauen im gebärfähigen Alter. In Deutschland darf eine Verordnung jeweils nur für maximal 30 Tage erfolgen, wobei jede Folgeverordnung einen erneuten Arztbesuch voraussetzt. Zusätzlich sind im Rahmen des Schwangerschaftsverhütungsprogramms eine doppelte Kontrazeption sowie regelmäßige Schwangerschaftstests verpflichtend. Diese Vorgaben dienen dazu, schwerwiegende fetale Fehlbildungen zu verhindern (21).

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