»Verhalten kann man üben«, sagt Psychotherapeutin Muschalla. Etwa, indem man mit Freundinnen oder guten Kollegen Situationen mit dem Vorgesetzten nachspielt und dabei Verhaltensvarianten ausprobiert oder neues Verhalten einübt. So lässt sich testen, wie man künftig reagieren kann, wenn zum Beispiel Chefin oder Chef Kritik äußern. Wichtig sei, sich aktiv mit den typischen Situationen zu beschäftigen und sie nicht nur allein im Kopf zu durchdenken.
Overdick rät zudem, dem (körperlichen) Stress zu begegnen, den Angst bei genügend Intensität auslösen kann. »Auf der Ebene hilft alles, was zur Entspannung und inneren Ruhe beisteuern kann«, sagt sie. Dazu zählen Atem- und Achtsamkeitsübungen, Entspannungsmethoden sowie die beschriebene bewusste Überprüfung eigener Gedanken.
Nicht zuletzt kann das Arbeiten mit inneren Bildern ein effektiver Ansatz sein. Overdick schlägt zum Beispiel vor, den inneren Film vom Mitarbeitergespräch kreativ zu verändern, etwa »indem ich mal ausprobiere, wie sich meine Angst verändert, wenn ich das Bild von farbig auf Schwarz-Weiß einstelle oder von einem Film auf ein Bild umschwenke.«